Regierung fördert wieder E-Autokauf

Regierung fördert wieder E-Autokauf
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Regierung fördert wieder E-Autokauf

sueddeutsche.de: Union und SPD wünschen sich mehr Elektroautos auf deutschen Straßen. Dafür stellen sie drei Milliarden Euro bereit. Wer hat Anspruch auf die Förderung, wie beantragt man sie und für welche Autos gilt sie? Ein Überblick.

Wird 2026 das Jahr des Elektroautos? Bundesumweltminister Carsten Schneider ist sich da ganz sicher. Es werde „das Jahr des Durchbruchs“, erwartet der SPD-Mann. „Ich glaube, wir werden ein exponentielles Wachstum sehen.“ Dabei helfen soll auch die neue Kaufprämie für Elektroautos, die er am Montag – nach einer dreitägigen Extrarunde durch die Bundesregierung – endlich vorstellt. Mehr denn je soll die Förderung auch Familien zugutekommen, die nicht besonders viel Geld haben. Doch wie genau funktioniert das, wer profitiert? Und bringt das wirklich so viel fürs Klima? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Wer hat künftig Anspruch auf eine Förderung?

Förderfähig sind zunächst einmal alle Privathaushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 80 000 Euro im Jahr. Für bis zu zwei Kinder unter 18 Jahren, die in dem Haushalt leben, wird die Grenze noch mal um 5000 Euro angehoben. Zu beachten ist hier jedoch, dass das zu versteuernde Jahreseinkommen nicht gleichbedeutend ist mit dem Jahresbrutto. Das ist in der Regel wesentlich höher – womit zum Beispiel auch kinderlose verheiratete Paare mit Einkünften in Höhe von 100 000 Euro noch die Chance auf eine Förderung haben. Dem Umweltministerium zufolge hat man mit einem monatlichen Nettoeinkommen von etwa 4800 Euro bei Ledigen und etwa 5400 Euro bei Paaren Anspruch auf die Förderung.

Welche Autos werden gefördert?

Neben reinen Elektroautos gilt die Förderung auch für Plug-in-Hybride sowie für E-Autos mit sogenanntem „Range Extender“ – einem zusätzlichen Verbrennungsmotor, der einspringt, wenn der Akku fast leer ist. Für diese gelten jedoch besondere Regeln: Sie müssen eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometer haben und dürfen nicht mehr als 60 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen. Ursprünglich wollte das Umweltministerium diese Grenze auf 50 Gramm CO₂ pro Kilometer festsetzen. Damit können also auch Hybridautos, die mehr Sprit verbrauchen, gefördert werden – ein Ergebnis „letzter Detail-Abstimmungen“ innerhalb der Bundesregierung. Ob man ein Fahrzeug kauft oder least, ist egal.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Basisförderung liegt bei 1500 Euro für Hybridfahrzeuge und 3000 Euro für reine Elektroautos. Danach gibt es eine soziale Staffelung: Für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 60 000 Euro gibt es noch mal 1000 Euro dazu, für Haushalte mit einem Einkommen von höchstens 45 000 Euro sogar 2000 Euro zusätzlich. Mit jedem Kind steigt die Förderung um 500 und insgesamt um höchstens 1000 Euro. Ein Paar mit zwei Kindern und einem Einkommen von 43 000 Euro hat also beispielsweise Anspruch auf die maximal mögliche Fördersumme von 6000 Euro. Durch die soziale Staffelung „vermeiden wir Mitnahmeeffekte“, sagt Schneider. Wer sein E-Auto so fördern lässt, muss es mindestens drei Jahre nutzen.

Woher kommt das Geld und wie lange reicht es?

Insgesamt stellt die Bundesregierung für die kommenden drei Jahre drei Milliarden Euro für die Förderung bereit, die Mittel stammen aus dem Klima- und Transformationsfonds. Die Gefahr, dass das nicht ausreichen könnte – der sogenannte „Umweltbonus“ der Ampel-Regierung war 2023 quasi über Nacht eingestellt worden –, sieht Schneider nicht. „Die Mittel sind auskömmlich“, sagt er. Er rechne damit, dass das Geld für etwa 800 000 Fahrzeuge ausreichen werde, sagte Schneider am Montag. Allerdings soll die Förderung zum 1. Juli 2027 noch einmal evaluiert und bestimmte Eckwerte wie etwa der CO₂-Ausstoß gegebenenfalls angepasst werden, um die Wirkung der Förderung besser zu lenken.

Wann, wo und wie kann man die Förderung beantragen?

Bis das Portal fertig ist, über das man die Förderung beantragen kann, wird es noch bis Mai dauern. Sie gilt dann jedoch rückwirkend zum 1. Januar 2026 – und kann noch ein Jahr nach der Zulassung eines entsprechenden Fahrzeugs eingereicht werden. „Damit vermeiden wir Attentismus und geben ein klares Signal an den Markt“, sagt Schneider. Die Bundesregierung wollte es unbedingt vermeiden, dass potenzielle Käufer sich zurückhalten, bis die Förderung auch wirklich da ist. „Sie können loslegen“, sagt Schneider. Entscheidend ist das Datum der Neuzulassung.

Was versprechen sich Union und SPD davon?

Die Bundesregierung verfolgt mit der Förderung drei Ziele. „Es ist ein Programm, mit dem wir etwas für die Umwelt tun, für die Automobilindustrie – aber auch für Familien, die sich sonst kein Elektroauto leisten könnten“, sagt Schneider. Dezidiert soll das auch dem Absatz der Autoindustrie helfen: Gebrauchtwagen werden nicht gefördert, obwohl die doch gerade für Menschen mit geringen Einkommen interessant sind. Der Markt für elektrische Gebrauchte sei noch nicht groß genug, findet Schneider. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller hält das für einen Fehler. Schließlich sei die Wiedervermarktung von Gebrauchtwagen häufig auch zentral für attraktive Leasingangebote. „Eine verschenkte Chance“, kritisiert der Verband.

Ist die Förderung beschränkt auf Hersteller aus der EU?

Nein. Nach Willen der Bundesregierung soll die Prämie zwar deutschen und europäischen Herstellern nutzen, wer sich aber etwa ein chinesisches Auto kauft, kann sie ebenfalls erhalten… weiterlesen

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