Klimaschutz in Kommunen als Pflichtaufgabe

Klimaschutz in Kommunen als Pflichtaufgabe

Klimaschutz in Kommunen als Pflichtaufgabe

Klimaschutz auf kommunaler Ebene ist unerlässlich, um die nationalen Klimaziele zu erreichen. Die Vorgaben kommen von Bund und Ländern, doch die Umsetzung erfolgt in der Kommune – mit unterschiedlichen lokalen Voraussetzungen hinsichtlich der Mittel und Infrastruktur. Politische Unterstützung, soziale Verträglichkeit und Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung markieren bei der Implementierung von Klimaschutz Hürden und Chancen gleichermaßen. Unsere Expertin Tanja Kenkmann macht in der neuesten Podcastfolge von „Wenden bitte!“ deutlich, worauf es beim Klimaschutz auf kommunaler Ebene ankommt:

Bürgerinnen und Bürger durch Beteiligung motivieren

Bürger*innen lassen sich durch verschiedene Arten der Beteiligung für mehr Klimaschutz motivieren. Ein Beispiel sind sogenannte Beteiligungshaushalte. In denen werden Bürgerinnen und Bürger mithilfe eines Onlinetools befragt, wofür Haushaltsmittel aufgewendet werden sollen. Dabei können überdies Klimaschutzmaßnahmen diskutiert werden. Auch bei der Finanzierung konkreter Klimaschutzprojekte – wie dem Bau von Erneuerbare-Energien-Anlagen – lässt sich die Beteiligung mitdenken. Hier geht es insbesondere um die finanzielle Beteiligung an der Investition.

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Eine Frage der Finanzierung

Tanja Kenkmann, Senior Researcher im Bereich Energie & Klimaschutz am Öko-Institut, weist auf die Bedeutung von Beteiligung hin: „Denn wenn Menschen sich finanziell konkret an der Energiewende beteiligen können, ist die Akzeptanz größer.“ Das kann außerdem dazu beitragen, privates Kapitel zu mobilisieren und löst mitunter Finanzierungsprobleme zum Beispiel bei der Errichtung von Fernwärmenetzen, bei den es an Betreibenden und der Finanzierung mangeln kann. Die Gründung einer Energiegenossenschaft, an der sich Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen aber auch Kommunen beteiligen können, ist eine Möglichkeit, den Bau eines Fernwärmenetzes zu ermöglichen.

Flächen sinnvoll nutzen und planen

Weiteres Potenzial für den Klimaschutz auf kommunaler Ebene liegt in der bewussten und nachhaltigen Flächennutzung. Statt auf Neubaugebiete zu setzen, gibt es mitunter Handlungsoptionen im Bestand. So ist Wohnraum ungleich verteilt oder wird nicht effizient genutzt. Auch das Bauen in die Höhe oder auch eine spätere, flexible Umnutzung ließen sich bereits in der Planungsphase von Neubauprojekten mitdenken. Die Stadtentwicklungsplanung ist Aufgabe der Kommune und somit hat die Verwaltung hier Handlungsspielraum. Klimaschutz muss hier noch mehr zur Querschnittsaufgabe werden.

Tanja Kenkmann stellt klar: „Kommunaler Klimaschutz sollte als gesetzlich vorgeschriebene Pflichtaufgabe implementiert werden, wie etwa die Feuerwehr, Kindergärten oder Abfallbeseitigung. So würde gewährleistet, dass die Akteure in den kommunalen Verwaltungsbereichen Klimaschutzziele kontinuierlich mitdenken und entsprechend handeln.“

Wissen statt Alltagsberatung

Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderieren Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut, und Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin. Rund eine Stunde lang sprechen sie mit einem Experten beziehungsweise einer Expertin aus dem Öko-Institut über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“. Die Spezial-Folgen greifen tagesaktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf.

Mandy Schoßig

Zu Podcast-Reihe der Öko-Instituts

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