Solar drückt deutschen Strompreis: Hoch ist er trotzdem

Solar drückt deutschen Strompreis: Hoch ist er trotzdem
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Solar drückt deutschen Strompreis: Hoch ist er trotzdem

handelsblatt.com: Photovoltaikanlagen haben laut einer Studie im Auftrag der Solarwirtschaft preisdämpfende Effekte auf den deutschen Strommarkt. Davon profitieren sowohl Haushalte als auch Unternehmen.

Solarenergie hat die Stromkosten in Deutschland im vergangenen Jahr um 15,7 Milliarden Euro gesenkt. Für Privathaushalte wäre die Rechnung ohne Solarstrom demnach um rund 100 Euro pro Jahr teurer gewesen. Das zeigt eine Studie der Energieberatungsagentur Enervis im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Solarwirtschaft (BSW).

Für Industriebetriebe mit einem Verbrauch von zehn Gigawattstunden wären den Studienautoren zufolge Mehrkosten von 235.000 Euro fällig geworden. „Deutschland diskutiert viel über bezahlbare Energie. Die Studie zeigt: Ein Teil der Antwort steht längst auf unseren Dächern und Feldern. Mehr Photovoltaik bedeutet mehr günstigen Strom und weniger Abhängigkeit von teuren Energieimporten“, sagte BSW-Chef Carsten Körnig dem Handelsblatt.

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Seit Jahren machen die steigenden Strompreise Verbrauchern und Unternehmen zu schaffen. Laut einer aktuellen Analyse des Vergleichsportals Verivox mit Daten aus 144 Ländern liegt Deutschland mit 35,6 Cent pro Kilowattstunde im weltweiten Vergleich auf Platz vier. Unter den G20-Staaten ist die Bundesrepublik sogar Spitzenreiter.

Das liegt vor allem an den hohen Abgaben, Umlagen und Steuern, die zusätzlich zu dem Einkaufspreis hierzulande obendrauf kommen. Mehr als 60 Prozent des Endpreises entfallen unter anderem auf Netzentgelte, Offshore-Umlage oder Stromsteuer.

Allein der geplante Netzausbau für erneuerbare Energien schlägt in den nächsten Jahren mit Hunderten Milliarden zu Buche. Diese Beträge werden über die Netzentgelte umgelegt, die sich auf jeder Stromrechnung finden.

Sinkender Börsenpreis lässt EEG-Förderung steigen

Dazu kommt die Förderung für Wind- und Solarkraft über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die direkt aus dem Bundeshaushalt bestritten wird. Dort schlägt sie jährlich mit zweistelligen Milliardenbeträgen zu Buche. So wurden 2025 insgesamt 16,4 Milliarden Euro an die Betreiber von Wind- und Solaranlagen ausgezahlt. Die Studie von Enervis zeigt jedoch, dass der Strom für Verbraucher trotz der Investitionen in Solarkraft am Ende günstiger wird.

Allerdings könnte es für deutsche Stromkunden durchaus billiger gehen.  Denn wenn der Solarstrom zur Mittagszeit in großer Menge an die Strombörse kommt und der Börsenstrompreis sinkt, bringt der Verkauf des Solarstroms nur sehr wenig Geld. Die Betreiber der Photovoltaik-Anlagen haben dennoch Anspruch auf eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die in solchen Phasen wesentlich über dem erzielten Verkaufspreis liegt. Die Differenz geht dann über die EEG-Förderung zulasten des Bundeshaushalts – und damit der Steuerzahler.

Christof Bauer, Energieexperte von der Technischen Universität Darmstadt, gibt zu bedenken, dass die Kosten für die Förderung aus dem Staatshaushalt zwangsläufig immer weiter anstiegen, weil viele Anlagen nach wie vor eine fixe Einspeisevergütung erhalten. Dabei werde der Marktwert des von ihnen erzeugten Stroms aber immer geringer, sagte Bauer.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat es sich deswegen jetzt zur Aufgabe gemacht, die Kosten für die Energiewende zu senken. Unter anderem sollen die Förderungen für kleine Solaranlagen über das EEG mit einer Übergangsfrist abgeschafft werden.

Einsatz von Kohlekraftwerken verteuert sich

Auch der Ausbau von Solar und Wind soll mit verschiedenen Maßnahmen zunächst verlangsamt werden, damit der Netzausbau hinterherkommt. Weil Speicher und Netze fehlen, kommt es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Stunden mit negativen Strompreisen. Weil alte Solaranlagen oft nicht steuerbar sind, können sie bei Bedarf nicht abgeschaltet werden. Der Solarstrom wird dann auch ins Netz gespeist, wenn er gar nicht gebraucht wird… weiterlesen

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