0,1 °C wärmeres Meer tötet 7 Prozent aller Fische

0,1 °C wärmeres Meer tötet 7 Prozent aller Fische
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

0,1 °C wärmeres Meer tötet 7 Prozent aller Fische

fr.de: Mehr als 33.000 Fisch-Bestände auf der Nordhalbkugel wurden über fast drei Jahrzehnte untersucht, mit alarmierendem Ergebnis.

Eine neue Analyse von mehr als 33.000 Fischpopulationen auf der Nordhalbkugel zeigt deutliche und anhaltende Verluste der Fischbiomasse infolge chronischer Ozeanerwärmung. Die Studie wurde am Mittwoch in Nature Ecology & Evolution veröffentlicht.

Demnach sank die Biomasse um 7,2 Prozent für jeweils 0,1 Grad Celsius Erwärmung pro Jahrzehnt. Bereits eine scheinbar geringe Temperaturzunahme gehe mit messbaren Bestandsverlusten einher, berichtet The Guardian unter Berufung auf die Studie.

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„Kurz gesagt: Je schneller sich der Meeresboden erwärmt, desto schneller verlieren wir Fische“, sagte Shahar Chaikin, Meeresökologe am Nationalmuseum für Naturwissenschaften in Spanien und Hauptautor der Untersuchung, laut The Guardian. „Ein Rückgang von 7,2 Prozent pro Zehntelgrad und Jahrzehnt mag gering klingen. Doch über die Zeit und über ganze Ozeanbecken hinweg summiert sich das zu einem erschütternden und zutiefst besorgniserregenden Verlust marinen Lebens.“

Die Untersuchung zielte darauf ab, langfristige Erwärmungseffekte von kurzfristigen Schwankungen über Tausende Populationen hinweg zu unterscheiden, so The Guardian. Werden extreme Ereignisse herausgerechnet, nähert sich der Rückgang einem nahezu 20-prozentigen jährlichen Minus.

Kurzfristige Hitzewellen

Marine Hitzewellen können Fischzahlen an den kälteren Rändern ihrer Verbreitungsgebiete vorübergehend um bis zu 176 Prozent steigen lassen, so Nature. Gleichzeitig drängt anhaltende Erwärmung Populationen über ihre thermischen Komfortzonen hinaus. Das kann Einbrüche der Biomasse um bis zu 43,4 Prozent zur Folge haben.

Diese kurzfristigen Zuwächse könnten eine trügerische Fülle vortäuschen. Werden Fangquoten auf Basis solcher Ausschläge erhöht, bestehe das Risiko einer Übernutzung, während der langfristige Abwärtstrend verdeckt werde, so Nature. Solche Dynamiken können Bestandsbewertungen und politische Entscheidungen erschweren.

Internationale Steuerung der Fischbestände muss verbessert werden

Historisch galt Überfischung als Haupttreiber sinkender Bestände. Laut betahita.id verschärfen jedoch Ozeanerwärmung und Entsauerstoffung die Lage zusätzlich, während der Anteil überfischter Bestände weiter steigt.

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