Absatz von Bioethanol in Benzin entwickelt sich positiv

Absatz von Bioethanol in Benzin weiter positiv
Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) hat die Marktdaten 2025 für die Produktion und den Verbrauch von zertifiziert nachhaltigem Bioethanol in Deutschland veröffentlicht. Die heimische Bioethanolherstellung betrug im letzten Jahr 790.000 Tonnen, dies ist gleichbedeutend mit einem Anstieg der Produktion im Vergleich zum Vorjahr von mehr als sechs Prozent. Die positive Vorjahrestendenz beim Absatz von Super E10 hielt auch 2025 an.
Im insgesamt moderat wachsenden Kraftstoffmarkt, in dem mit 17,9 Millionen Tonnen über ein Prozent mehr Benzin abgesetzt wurde als im Vorjahr, stieg auch die Beimischung von Bioethanol zu den Benzinsorten Super Plus, Super (E5) und Super E10 auf 6,9 Volumen-Prozent (2024: 6,7 Volumen-Prozent) an. Der Verbrauch von Bioethanol, das den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) beigemischt bzw. zur Herstellung von Ethyl-teritär-butylether (ETBE) verwendet wird, erhöhte sich um vier Prozent auf etwa 1,3 Millionen Tonnen.
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Marktanteil wuchs 2025 weiter
Der Marktanteil von Super E10 am Benzinabsatz wuchs im Jahr 2025 weiter: von 27,5 Prozent im Jahr 2024 auf 28,6 Prozent. Die absolute Absatzmenge von Super E10 betrug 5,1 Mio. Tonnen und nahm damit um 4,6 Prozent zu. Der Marktanteil von Super (E5) ging – wie bereits im Vorjahr – leicht zurück und lag bei einem Absatz von gut 11,8 Millionen Tonnen bei etwas über 66 Prozent. Der Marktanteil von Super Plus, dem ebenfalls bis zu 5 Prozent Bioethanol beigemischt werden, stieg im Jahr 2025 ganz leicht auf über 0,9 Millionen Tonnen an und betrug damit 5,2 Prozent (2024: 5,1 Prozent).
Die deutsche Bioethanolproduktion erhöhte sich – wie schon im Jahr 2024 – auch im Jahr 2025 und nahm um sechs Prozent zu. Insgesamt betrug die heimische Erzeugung 790.000 Tonnen. Insbesondere die Herstellung von Bioethanol aus Zuckerrübenstoffen stieg gegenüber dem Jahr 2024 deutlich um 77 Prozent auf fast 160.000 Tonnen an. Hierfür wurden insgesamt 1,8 Millionen Tonnen Zuckerrüben und somit 5,6 Prozent der Zuckerrübenernte des Jahres 2025 verwendet. Die Bioethanolherstellung aus Futtergetreide sank leicht um 3,6 Prozent auf 630.701 Tonnen. Die dafür verarbeitete Menge von rund 2,6 Millionen Tonnen Futtergetreide entsprach etwas mehr als 5,8 Prozent der deutschen Getreideernte.
Die Gesamtmenge des von deutschen Herstellern abgegebenen Bioethanols sank 2025 um knapp 9 Prozent auf rund 758.000 Tonnen (2024: 831.616 Tonnen). Deutlich zurück gingen die für industrielle Anwendungen bestimmt Mengen (- 56 Prozent auf gut 45.000 Tonnen) sowie der für die Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken vorgesehene Bioethanol (-23 Prozent auf gut 75.000 Tonnen). Im Kraftstoffbereich gab es hingegen einen leichten Anstieg der abgegebenen Menge um 1,1 Prozent auf rund 637.000 Tonnen.
E20 in der EU bietet Perspektive
Sowohl die starke inländische Bioethanolproduktion als auch der steigende Marktanteil von Super E10 verdeutlichen eine stabile Nachfrage. „Vor dem Hintergrund der anstehenden Flexibilisierung der Bestandsschutzsortenregelung für Super (E5) in Deutschland ist perspektivisch von einer weiteren Stärkung der Marktposition von Super E10 auszugehen“, erwartet BDBe-Geschäftsführer Stefan Walter. Auch der jüngst beschlossene Anstieg der Treibhausgasminderungs-Quote, die bereits ab 2027 von 12,1 auf 17,5 Prozent steigen wird, dürfte eine gleichartige Wirkung entfalten. Mittelfristige Perspektiven bietet auch die Normierung und Markteinführung von E20 in der EU, die derzeit auf europäischer Ebene verstärkt diskutiert wird.
Christine Kroke


