UN: Milliardenlücke bei Klimahilfen für arme Länder

UN: Milliardenlücke bei Klimahilfen für arme Länder
sueddeutsche.de: Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz hat das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) die mangelnde Hilfe von Industriestaaten für ärmere Länder bei der Anpassung an die Erderhitzung kritisiert. Die Finanzströme für Anpassungsmaßnahmen von den Industriestaaten in die Entwicklungsländer hätten 2024 lediglich 28,2 bis 31,7 Milliarden US-Dollar betragen, erklärte das Unep in seinem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zum Stand der internationalen Klimaanpassung (Adaptation Gap Report). Damit liegen die Hilfen für Anpassungsmaßnahmen der Entwicklungsländer laut dem Hilfswerk weit unter dem geschätzten jährlichen Bedarf von 305 Milliarden US-Dollar.
Zuletzt seien die Zahlungen um nur eine Milliarde US-Dollar gestiegen. Dem Unep-Bericht zufolge führt eine schwache Klima- und Naturschutzpolitik weltweit zu zunehmend steigenden Anpassungskosten: Bis zum Jahr 2035 werden demnach voraussichtlich 420 Milliarden US-Dollar Anpassungskosten an die Folgen der Klimakrise pro Jahr benötigt.
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Frühwarnsysteme und klimaresistenter Anbau nötig
Zu den Anpassungsmaßnahmen gehören die Entwicklung von Frühwarnsystemen für Extremwetter, Befestigung der Küsten oder klimaresistente Anbaumethoden in der Landwirtschaft. Begründet werden die Hilfen an die Armen mit dem Verursacherprinzip. Danach sind die reichen Länder für den Großteil der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Die Finanzströme in die am wenigsten entwickelten Länder und die kleinen Inselentwicklungsstaaten stiegen laut Unep zwischen 2019 und 2024 real an. Sie seien jedoch seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 zurückgegangen. Grund dafür seien unter anderem die weltweiten Einsparungen bei der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
Umweltorganisationen sehen Bundesregierung in der Pflicht
Die Umweltorganisationen Greenpeace und WWF forderten angesichts der Unep-Zahlen verbindliche Finanzierungsfahrpläne von der Bundesregierung. Die deutschen Mittel für Anpassungsmaßnahmen müssten bis 2035 mindestens verdreifacht werden, erklärte der Klimaexperte von Greenpeace Deutschland, Jannes Stoppel. Gleichzeitig müsse neben Anpassung auch verstärkt in den Klimaschutz investiert werden, mahnte Fentje Jacobsen von WWF Deutschland: „Wenn wir jetzt nicht schnell von unserem hohen Emissionslevel herunterkommen, werden die Folgen der Klimakrise so gewaltig, dass die Anpassung zu einer Sisyphus-Arbeit verkommen könnte.“ Frühwarnsysteme für Extremwetter, Küstenbefestigungen oder neue Landwirtschaftsmethoden: Damit wollen sich Entwicklungsländer an den Klimawandel anpassen. Das Geld dafür wurde zuletzt allerdings weniger… weiterlesen


