Agrarpolitik in der Konsensfalle

Agrarpolitik in der Konsensfalle
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Agrarpolitik in der Konsensfalle

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat am heutigen Donnerstag auf einer Pressekonferenz den Report „Agrarpolitik in der Konsensfalle“ vorgestellt.

Im Zusammenhang mit dem gestern vorgestellten Koalitionsvertrag, hat die Organisation die Ampel-Koalition aufgefordert, die überfällige Transformation der europäischen Landwirtschaft voranzutreiben. Der Vertrag sei nicht geeignet, ein zukunftsfähiges, klima- und tierfreundliches europäisches Agrarsystem zu schaffen. Trotz rund einer Billion Euro an Agrarsubventionen in den vergangenen 20 Jahren allein durch eine „Gemeinsame EU-Agrarpolitik“ (GAP) hätten die von der Landwirtschaft verursachten ökologischen Schäden und die mit Schmerzen und Leiden einhergehenden „Produktionskrankheiten“ der Tiere nachweislich zugenommen, kritisierte foodwatch. Ohne eine massive Verringerung der Tierzahlen seien die Klimaziele der EU und Deutschlands nicht erreichbar, so die Schlussfolgerung in dem Report „Agrarpolitik in der Konsensfalle“.

„Das mit Subventionen vollgepumpte Agrarsystem schadet dem Klima und der Umwelt, macht Nutztiere systematisch krank und treibt Landwirt:innen in den Ruin. Die Zukunftskommission Landwirtschaft empfiehlt allen Ernstes, die massiven Schäden des bestehenden Agrarsystems ‚zukünftig möglichst weitgehend‘ zu vermeiden. Dafür, dass das kranke Agrarsystem vielleicht etwas weniger zerstörerisch agiert, sollen aber viele weitere Milliarden an Steuergeldern ausgeschüttet werden – die Vorschläge der Zukunftskommission bedeuten ein bizarres Weiter so mit dem Wahnsinn. Der Koalitionsvertrag übernimmt diese verfehlte Strategie“, sagte Thilo Bode, Gründer und Geschäftsführer von foodwatch International. 

foodwatch-Report fordert: 

  • Klimaschutz: EU-weite Fleischsteuer zur Halbierung der Nutztierzahlen
  • Tierhaltung: EU-weite Mindeststandards auf Öko-Niveau
  • Außenhandel: Keine Billig-Agrarimporte aus Ländern mit niedrigeren Standards 

„Deutschland hat sein politisches Gewicht in Europa in der Vergangenheit immer wieder für heimische Wirtschaftsinteressen eingesetzt. Es ist höchste Zeit, dass die zukünftige Bundesregierung genauso konsequent für die Transformation der europäischen Landwirtschaft arbeitet. Ausreden und falsche Kompromisse in der Agrarpolitik sind gefährlich, denn weder beim Klimaschutz noch beim Tierschutz haben wir Zeit zu verlieren“, so Thilo Bode. „Leider macht der Ampel-Koalitionsvertrag wenig Hoffnung: Das entscheidende Thema der EU-Agrarpolitik wird in gerade mal vier nichtssagenden Sätzen abgehandelt.

foodwatch forderte die neue Bundesregierung auf, keine weitere Zeit mit nationalem Klein-Klein und freiwilligen Maßnahmen der Agrarbranche zu vergeuden, sondern stattdessen für konkrete gesetzliche Verbesserungen auf europäischer Ebene zu sorgen. So könne das Ziel der Klimaneutralität nur erreicht werden, wenn die Tierbestände in Deutschland und der gesamten EU ungefähr halbiert würden. (Quelle: foodwatch)

Report „Agrarpolitik in der Konsensfalle“ zum Download: www.t1p.de/foodwatch-agrarreport

red

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