Albanien will Erneuerbare ausbauen

Albanien will Erneuerbare ausbauen
Albanien Foto: EjupLila/Pixabay CC/PublicDomain

Albanien will Erneuerbare ausbauen

energiezukunft.eu: Strom kommt in Albanien zum großen Teil aus heimischer Wasserkraft. Industrie und Verkehr sind auf Energieimporte angewiesen. Das soll sich ändern. Das Land will Windkraft und Photovoltaik ausbauen und ab 2028 unabhängig von Importen sein.

Hatte man am Sonntagvormittag des 25. Januar 2026 nichts Besseres zu tun, als sich Europa online auf der Electricity Map anzuschauen, so sah man dort ein grünes Albanien inmitten einer braunen Balkanhalbinsel. Mit 29 Gramm Kohlendioxidäquivalenten pro Kilowattstunde verzeichnete das Adrialand zu diesem Zeitpunkt eine achtzehnmal geringere Kohlenstoffintensität als Serbien mit 530 gCO2eq/kWh. Abgesehen von der Region Südschweden war Albanien damit das Land mit der schadstoffärmsten Stromerzeugung in Europa.

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Strom kommt meist aus Wasserkraft

Traditionell generiert Albanien seine Elektrizität so gut wie ausschließlich aus Wasserkraft, ergänzt durch einen kleinen, stetig wachsenden Anteil an Solarenergie. Serbien und die anderen Westbalkanländer sind dagegen für ihren Strom auf fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas angewiesen. Die Skipetaren aber zu Europameistern der Erneuerbaren Energien zu küren, wäre verkürzt. Denn Daten der International Renewables Agency (IRENA) vom September 2025 zufolge hatten fossile Brennstoffe bei ihrem Gesamtenergieverbrauch im Jahr 2022 mit einem Anteil von 51 Prozent noch die knappe Mehrheit. Verantwortlich dafür waren vor allem das Öl für Verkehr und Industrie.

Voraussichtlich zum Jahr 2030 will Albanien der Europäischen Union (EU) beitreten. Es sieht sich dafür in der Pflicht, seine Energiewirtschaft gemäß den EU-Direktiven zu dekarbonisieren. Dementsprechend sieht sein Nationaler Energie- und Klimaplan vor, den Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergieverbrauch in den kommenden vier Jahren auf 54,4 Prozent zu steigern.

Förderung für Photovoltaik und Solarthermie

Dafür hat die albanische Regierung in den vergangenen Jahren gesetzliche Regelungen und Fördermaßnahmen unter anderem für die private Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie erlassen sowie für die Entwicklung von Kraftwerken regenerativer Energieträger. An der Küste und im Gebirge sehen Energieexperten großes Potenziale zur Nutzung von Solarenergie, Windkraft, Biomasse und Geothermie.

Flusslandschaften bewahren

Das staatliche Koman-Wasserkraftwerk am Fluss Drin im Norden des Landes ist mit einer Kapazität von 600 Megawatt das größte der rund 130 Wasserkraftwerke. Unter den privaten Wasserkraftbetreibern ist der norwegische Energieversorger Statkraft führend. Wasserkraftwerke ziehen mit ihren Staudämmen und Stauseen aber Flora und Fauna arg in Mitleidenschaft. Einer kürzlich von den Umweltschutzorganisationen EuroNatur und Riverwatch veröffentlichten Studie zufolge hat Albanien zwischen 2018 und 2025 1.144 Kilometer naturbelassener Flüsse eingebüßt.

„Flussabschnitte in naturnahem Zustand sind von 68 Prozent im Jahr 2012 auf nur noch 40 Prozent im Jahr 2025 zurückgegangen, schreiben die Autoren der Studie. Wachsender Widerstand von Bürgern und Umweltschützern gegen den Raubbau an der Natur durch Hydroenergie hat den Bau eines großen Wasserkraftwerks am Fluss Vjosa, einer der letzten wilden Flüsse Europas, verhindert. Im März 2023 erklärte die albanische Regierung das Vjosa-Tal zum Nationalpark.

Der Mix verschiedener Energieträger macht die Wirtschaft resilienter

Die Dominanz der Wasserkraft in der albanischen Elektrizitätswirtschaft birgt abgesehen von ihren ökologischen Folgen weitere Probleme. Auf dem World Energy Forum in Abu Dhabi fasste sie Albaniens Premierminister Edi Rama Mitte Januar 2026 in folgende Worte: Wenn Allah lacht und nicht weint, regnet es bei uns nicht und wir müssen Energie einführen, was schwierig istweiterlesen

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