Atomschutt auf Hausmülldeponien

Atomschutt auf Hausmülldeponien
Foto: Dirk Rabe/Pixabay

Atomschutt auf Hausmülldeponien

ÖDP wehrt sich gegen den Entsorgungszwang des grünen Ministers: 50.000 Tonnen Atomschutt aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel sollen in den beiden Hausmülldeponien Lübeck-Niemark und Johannistal in Ostholstein direkt an der Ostsee entsorgt werden. „Kaum zu fassen“, moniert sich Christian Rechholz als ÖDP-Bundesvorsitzender darüber: „Statt den Müll sicher zu entsorgen, zwingt der grüne Umweltminister in Kiel den Atomschutt normalen Deponien auf.“

Hintergrund der Zwangszuweisungen: Die Betreiber der Atomkraftwerke und die Betreiber der Hausmülldeponien in Schleswig-Holstein konnten sich über eine Einlagerung nicht einig werden, schreibt die ÖDP in einer aktuellen Pressemeldung zumVorgang. Dieser Bauschutt sei nicht radioaktiv, versichert der grüne Umweltminister Jan Philipp Albrecht in einer Pressekonferenz.

Atomschutt ausgerechnet vor Robert Habecks Haustür
Atommuell PIxabay CC PublicDomain
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

„Zwangszuweisungen sind nur deshalb nötig, weil die Abfälle wohl doch nicht ganz so ungefährlich sind, wie der grüne Umweltminister Albrecht glauben machen will“, argumentiert Rechholz: „Nicht ohne Grund engagieren sich auch ÖDP-Mitglieder vor Ort in einer Bürgerinitiative. Sie sorgen sich um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder. Vor allem halten sie es nicht für ausgeschlossen, dass langfristig doch noch radioaktiv belastetes Material auf den Hausmülldeponien landet.“ Weiter: „Dass ausgerechnet die Deponie im Wahlkreis von Grünen-Chef Robert Habeck keinen Atommüll entsorgen muss, ist vermutlich reiner Zufall.“

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10 Mikrosievert pro Jahr sind laut der ÖDP-Pressemeldung der zulässige Grenzwert für Menschen, die beim Abriss direkt mit dem Baumaterial in Kontakt kommen. „Diese Freigabegrenze sagt nichts aus über die Menge der tatsächlichen Radioaktivität, sondern nur über die Konzentration des radioaktiven Materials im Bauschutt. Wenn diese Konzentration zu hoch ist, kann durch Zugabe von unbelastetem Bauschutt die Freigabe erreicht werden. Dadurch ändert sich aber nichts an der gesamten Strahlenbelastung,“ erklärt Prof. Klaus Buchner. Er ist Kernphysiker und Atomexperte der ÖDP.

Die Partei tritt dafür ein, dass der Atomschutt absolut sicher in Gebäuden untergebracht wird, die eine Verwitterung der Ummantelung verhindern. Schließlich befänden sich unter der Erde Milliarden von Bakterien, die auch solche Behältnisse zersetzen können, argumentiert die ÖDP.

red

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