Grünes Wachstum: Studie zum Kapitalismus

Grünes Wachstum: Studie zum Kapitalismus
Foto: Gerd Altmann/Pixabay CC/PublicDomain

Grünes Wachstum: Studie zum Kapitalismus

taz.de: Wieder scheitert eine Studie, die zeigen will, dass „grünes Wachstum“ möglich ist. Es bleibt unklar, wie man ohne Crash auf Wachstum verzichtet.

Die Coronapandemie machte das Undenkbare denkbar: Plötzlich flogen keine Flugzeuge mehr, der Ausstoß an Treibhausgasen sank rapide und Öl wurde zeitweilig zur Ramschware. Die Globalisierung schien beendet, und es wirkte, als wäre ein Weg gefunden, der zu mehr Nachhaltigkeit führte.

Doch dieser Schein trügt. Die Coronakrise zeigt nicht, wie man den Kapitalismus verlassen kann – sondern beweist im Gegenteil, dass unser Wirtschaftssystem zum Wachstum verdammt ist. Die Lockdowns dauerten bisher nur einige Wochen, dennoch sind die Coronaschäden schon jetzt immens. Längst wären viele Unternehmen pleite und fast alle Beschäftigten arbeitslos, wenn der Staat nicht permanent neue Hilfsprogramme auflegen würde, um die Wirtschaft zu stabilisieren.

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Momentan besteht der Trick darin, neues Geld zu „drucken“, indem der Staat Kredite aufnimmt. Im wahrsten Sinne des Wortes wird die Corona­krise mit Geld zugeschüttet. Allein in Deutschland dürften Schulden von weit mehr als 500 Milliarden Euro auflaufen. Es ist unmöglich, diese ­gigantischen Summen zu tilgen und zurückzuzahlen. Stattdessen setzt man auf Wachstum. Sobald die Wirtschaftsleistung steigt, verlieren die Schulden an Relevanz – bis sie irgendwann vergessen sind.

Bleibt ein Problem: Die KlimaschützerInnen haben ja recht damit, dass man in einer endlichen Welt nicht unendlich wachsen kann. Die Europäer hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck, als könnten sie drei Planeten verbrauchen, aber bekanntlich gibt es nur die eine Erde.

Was also tun? Jedenfalls wäre es keine Lösung, jetzt einfach auf Wachstum zu verzichten… weiterlesen

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