Die Irrlehre von der teuren Ökowende

Die Irrlehre von der teuren Ökowende
Screenshot: spiegel.de

Die Irrlehre von der teuren Ökowende

spiegel.de: Jahrzehntelang wurde Klimaschutz als »teuer« gelabelt. Auch im Wahlkampf ist Klima wieder nur ein Kostenfaktor. Doch dieses beliebte Argument der fossilen Lobbys ist schlicht falsch.

»Wer soll denn das bezahlen?« ist die derzeit meist gestellte Frage im Wahlkampf. Im sogenannten Triell vergangenen Sonntag wurde besonders die grüne Kanzlerkandidatin damit getriezt. Je weniger die Kandidaten an Veränderung fordern (Armin Laschet), desto besser kamen sie bei der Frage weg.

Die Botschaft: Wer nichts verändert, muss auch nichts verbieten oder wertvolles Steuergeld verpulvern. Klimabewegte, so wird es dieser Tage kolportiert, schmeißen aber gern das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus. Sie wollen Wind und Sonne »subventionieren«, Lastenräder fördern und ihretwegen muss sogar das gesamte Stromnetz umgebaut und der Verkehr neu organisiert werden.

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Klimaforscher und Forscherinnen und Aktivisten stehen dann oft als wirtschaftlich inkompetent da. Und die Meinung der sogenannten Experten – häufig marktliberale Ökonomen oder konservative Politiker – ist entsprechend väterlich: Das ist ja alles gut gemeint mit dem Klima, aber leider nicht bezahlbar. Und auch für Konjunkturpakete eigne sich das »Klimathema« nicht.

Dieser Haltung liegt ein fundamentaler Irrtum zugrunde: Dass Deutschland am besten seinen Wohlstand erhält und mehrt, indem es sich möglichst nur moderat verändert, den Markt alles regeln lässt und der Wirtschaft nicht die »Luft abschnürt«.

Das ist an sich nichts Neues. Klimaschützer als naiv hinzustellen, hat Tradition: Vor zwanzig Jahren behaupteten dieselben Ökonomen und Industrievertreter noch, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien technisch gesehen leider nicht möglich sei und Deutschland bei einem hohen Ökostromanteil im Dunklen sitze.

Gleiche Taktik: Die Windbauer und Solarfarmer seien alle eigentlich ganz sympathisch, hieß es – aber bleiben wir mal realistisch! Im Jahr 2021 haben wir in Deutschland nun einen Ökostromanteil von teils über 50 Prozent und die Straßenlaternen gehen abends immer noch an. Deutschland hat nicht nur Licht, sondern einen komplett neuen Wirtschaftszweig entwickelt… weiterlesen

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