Dunkelflauten: So einfach sind sie zu überbrücken

Dunkelflauten: So einfach sind sie zu überbrücken
Foto: wikimedia CC

Dunkelflauten: So einfach sind sie zu überbrücken

efahrer.chip.de: Wie könne Deutschland seinen Strombedarf CO₂-frei decken, auch wenn mal keine Sonne scheint und kein Wind weht? Diese Frage stellte ein Mitglied der BILD-Chefredaktion dem Landtagsabgeordneten Michael Joukov. Dieser lieferte sofort die Antwort.

Auf X reagierte das Mitglied der BILD-Chefredaktion Jan Schäfer auf einen Post von Michael Joukov und bat ihn um eine „plausible Antwort“ bei folgendem Problem: „Sagen Sie doch einfach mal, wie in dieser typischen Winterwetter-Situation Deutschlands Strombedarf (auch mit weiter massivem Ausbau von PV und Windanlagen) CO₂-frei gedeckt werden soll.“ Das ließ sich der Wirtschaftswissenschaftler und Grünen-Abgeordnete Joukov nicht zweimal sagen und antwortete Schäfer mit einem ausführlichen und verständlichen X-Thread. Darin erklärt er, wie Deutschland es schaffen kann, bis 2045 seinen kompletten Strombedarf mit erneuerbaren Energien zu decken.

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Der Ausbaupfad für erneuerbare Energie sieht vor, dass außerhalb einer Dunkelflaute mehr als 100 Prozent des Bedarfs abgedeckt werden. Unter Dunkelflaute versteht man den Zeitraum, in dem weder genügend Wind für die Windkraftanlagen noch ausreichend Sonne für die Erzeugung von Solarstrom vorhanden sind. Insgesamt kommt dies in Deutschland rund 300 Stunden im Jahr vor. Doch genau in diesen Stunden müssen bei 100 Prozent erneuerbarer Energie Industrie und Haushalte auch mit entsprechendem Strom versorgt werden. Der Experte erklärt, dass bei einer Dunkelflaute eine Spitzenlast von 170 GW möglich ist. Dabei stammen auch dann immer mindestens 30 Prozent aus erneuerbarer Energie. Im Extremfall würden also 119 GW offenbleiben. Dabei kommen weitere zwölf GW aus Langzeitspeichern, sodass noch eine Leistung von 107 GW und 24 TWh/a Arbeit benötigt werden.

Um die Lücke zu schließen, schlägt der Wirtschaftswissenschaftler vor, die rund 28 TWh Strom aus Biogas in vorhandene Gasnetze und Speicher einzuspeisen und dann bei einer Dunkelflaute zu verstromen. Derzeit wird der Strom über das gesamte Jahr hinweg verteilt. Bei Anlagen ohne Zugang zum Gasnetz könnte ein Gasspeicher vor Ort helfen. Vor Jahren mit einer längeren Dunkelflaute hat Joukov keine Angst. Denn die Gasspeicher in Deutschland verfügen über einen Vorrat, der für ganze neun Jahre mit durchschnittlicher Dunkelflaute ausreichen würde… weiterlesen

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