EU-Kommissar: Atomkraft für Wasserstoff-Produktion

EU-Kommissar: Atomkraft für Wasserstoff-Produktion
Screenshot: handelsblatt.de

EU-Kommissar: Atomkraft für Wasserstoff-Produktion

handelsblatt.de: Um den Industriestandort Europa im globalen Wettbewerb zu stärken, spricht sich der Franzose für ein Comeback der Kernenergie aus. In Deutschland trifft diese Idee auf Ablehnung.

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton rüttelt an einem deutschen Tabu: Der Franzose spricht sich für ein Comeback der Kernkraft aus – als Energiequelle für die Produktion von Wasserstoff.

Nuklearenergie sei reichlich verfügbar und günstig, sagte Breton am Dienstag bei einem Auftritt in Madrid. „Wir sollten diese Übergangsenergie nutzen, um den Aufbau einer sauberen Wasserstoffindustrie in Europa zu erleichtern.“ 

Breton schlägt vor, bestehende Nuklearkraftwerke zur Elektrolyse zu nutzen, also zur Herstellung von Wasserstoff aus Wasser mithilfe von Strom. Dies ermögliche „die Produktion sauberen Wasserstoffs“ und würde es erlauben, „dass sich neue Branchen entwickeln, während wir darauf warten, dass genügend erneuerbare Energie verfügbar wird“, erläuterte der Kommissar in einer Rede zur „Geopolitik der Technologie“. 

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Breton sieht Wasserstoff als Schlüsseltechnologie im globalen Wettbewerb um Wohlstand und Einfluss. Die EU dürfe sich in Zeiten wachsender machtpolitischer Spannungen nicht mehr allein auf die Anziehungskraft ihrer liberalen Werte verlassen, argumentiert er. Die „soft power“ Europas müsse um „hard power“ ergänzt werden, wozu Breton gerade auch die ökonomische Gestaltungskraft des Kontinents zählt.

Der Kommissar strebt eine neue, selbstbewusste internationale Rolle für die EU an: „In der neuen geopolitischen Ordnung agiert Europa als Stratege und nicht nur als Markt.“ Und er mahnt: „Wenn wir noch mehr Zeit verlieren, werden es unsere derzeitigen Konkurrenten sein – die Vereinigten Staaten, China, Korea und Japan, die uns ihre Produkte verkaufen.“ weiterlesen

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