Forscher: Schmelzende Arktis wieder zufrieren

Forscher: Schmelzende Arktis wieder zufrieren
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Forscher: Schmelzende Arktis wieder zufrieren

bild.de: Noch vor einem Jahr wäre das unvorstellbar gewesen. Die Fläche des arktischen Meereis bei Cambridge Bay in Kanada ist gewachsen. Dahinter steckt das britische Start-up Real Ice. Sie wollen die Arktis mit einem neu entwickelten System wieder zufrieren. Mit Unterstützung der britischen Regierung pumpten Forscher im Winter 50.000 Tonnen Meerwasser auf das Eis. Das Wasser fror bei einer Außentemperatur von minus 40 Grad Celsius sofort. Die 1,5 Meter dicke Eisdecke wuchs nicht nur um rund 50 Zentimeter an. Die Fläche wurde auch wieder größer. Satellitenbilder zeigen die Testfläche als weiße Insel in einer zunehmend blauen Umgebung aus Wasser.

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Real-Ice-Chef Andrea Ceccolini kommt eigentlich aus dem Tech-Bereich, erschuf ein Milliardenunternehmen und setzt sein Wissen und seine Energie nun für die Umwelt ein. Er freut sich über die ersten Erfolge seines Teams. „Das ist wirklich unglaublich“, sagt Ceccolini der englischen Zeitung „The Guardian“. Die Arktis verliert seit Jahrzehnten Eis. Die sommerliche Eisfläche ist in den vergangenen 45 Jahren um etwa 40 Prozent geschrumpft. Wissenschaftler befürchten, dass es in zehn Jahren bereits den ersten eisfreien Septembertag in der Arktis geben wird. Die zusätzliche Eisschicht von Real Ice könnte die Schmelze zumindest vorerst bremsen.

Inuit erleben Klimawandel hautnah

Die Testfläche liegt im Territorium Nunavut, rund 83 Prozent der Einwohner sind Inuit. „Für uns ist das Eis überlebenswichtig“, sagt Einwohner Kyle Weese (34). Das Eis werde für Transport, Fischfang und die Jagd genutzt. Er beobachtet die Auswirkungen des Klimawandels seit Jahren: „Das Eis wird immer dünner, wenn es friert, braucht es länger als früher, um wieder zu frieren. Dafür geht die Schmelze dann schneller. Das verändert sich alles.“

Unterwasser-Drohnen als Zukunftsplan

Real Ice untersucht nun, ob sich die Methode großflächig einsetzen lässt. Statt Menschen auf das Eis zu schicken, setzt das Unternehmen auf autonome Unterwasser-Drohnen. Ein erster Prototyp wurde bereits in Finnland getestet. Das Projekt ist allerdings umstritten. Kritiker warnen vor möglichen Umweltrisiken und davor, dass das sogenannte Geo-Engineering, der technische Eingriff ins Klima, davon ablenken könnte, dass der Klimawandel nur aufgehalten werden kann, wenn die CO₂-Emissionen drastisch sinken.

Professor Shaun Fitzgerald (60) von der University of Cambridge hält weitere Forschung in der Arktis dennoch für wichtig… weiterlesen

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