Fukushima-Jahrestag: Fatales Signal der EU-Chefin

Fukushima-Jahrestag: Fatales Signal der EU-Chefin
Ausgerechnet zum 15. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima (11. März 2011) plädiert die EU in Person ihrer Kommissionspräsidentin für eine Renaissance der Kernenergie. Den Abschied von der risikoreichen Technologie, die obendrein das noch lange ungelöste Atommüllproblem nachfolgenden Generationen aufbürdet, gilt Ursula Von der Leyen als „Strategiefehler“. Sie will daher künftig lieber Millionen aus dem Emissionshandel, mit denen der Ausbau erneuerbarer Energie unterstützt werden sollte, Privatinvestoren für deren Engagement in neue Atomenergieabenteuer finanzieren.
Das ist ein fataler Fehler.
Nicht nur Umweltschützer wie der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) laufen dagegen Sturm. Sascha Müller-Kraenner fordert in einer Pressemeldung seines Verbands, „diese Mittel sollten stattdessen für heute schon wettbewerbsfähige erneuerbare Energietechnologien ausgegeben werden.
Lesen Sie auch:
Neue Atomreaktoren wären viel zu teuer und kämen deutlich zu spät, um einen nennenswerten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.“
Atomenergie ist gefährlich und viel zu teuer
Kritik, die auch der Bundeschef der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP – Die Naturschutzpartei) unterstreicht. Günther Brendle-Behnisch sieht für Atomreaktoren keine Zukunft – und keine Notwendigkeit. Er argumentiert ganz sachlich und ökonomisch: „Atomenergie ist die teuerste Form der Energieversorgung, wenn wir die tatsächlichen Kosten nicht einfach nur den Bürgern auferlegen.“
Uns Bürgerinnen und Bürger will die EU-Präsidentin mit ihren Atomträumereien also gleich doppelt hinters Licht führen: Sie setzt uns neuen Strahlengefahren aus – und am Ende sollen wir dieses Experiment mit ungewissem Ausgang auch noch aus unseren Budgets berappen.
Seriöse Politik sieht anders aus.
Vernünftige Argumente scheinen in der CDU – die sich seit Jahren als Partei mit Wirtschaftsverstand darstellt – nicht zu ziehen. Wie sonst kann eine EU-Chefin von der Rückkehr der Reaktoren fabulieren? Denen zog Deutschland – immerhin unter Ägide einer CDU-Kanzlerin – völlig zurecht und endlich den Stecker.
Gerd Pfitzenmaier


