Fußball: Die nachaltigste Liga der Welt

Fußball: Die nachaltigste Liga der Welt

zeit.de: Die Bundesliga verpflichtet sich per Satzung zu gutem Wirtschaften, sozialem Engagement und Umweltschutz. Wer nicht mitmacht, steigt ab. Sie meint es offenbar ernst.

Die Bundesliga will nachhaltig werden und die Leute lachen. Stellt Rudi Völler nun die Regenwassertonne raus? Rasen die neureichen Jungprofis bald im E-Lambo zum Training? Wenn Deutschland nicht mehr Weltmeister auf dem Rasen wird, dann eben im Mülltrennen. Der Fußball will sich für den Frieden einsetzen, doch das tut der Angriff von Hertha BSC doch schon seit Jahren.

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Manche mögen Witze machen angesichts der aktuellen Nachricht, wonach sich die DFL zur Nachhaltigkeit verpflichtet, in dem sie das Thema zur Auflage für eine Lizenz macht. Das kann nur ein billiger Trick sein, sagen sie. Das sei bloß Greenwashing.

Die Skeptiker und Kritikerinnen könnten sich täuschen. Als erste Sportliga der Welt bekennt sich die Bundesliga per Satzung zu gutem Wirtschaften, sozialem Engagement und Umweltschutz. Wer nicht mitmacht, steigt ab. Die DFL meint es offenbar wirklich ernst. Die Abstimmung unter allen Profivereinen fand eine breite Mehrheit.

Am Thema Ökologie kommt auch das Fußballgeschäft nicht mehr vorbei. Im Stadion kann man durch Fotovoltaikanlagen CO2-Emmissionen senken. Rasenheizung und Flutlicht verbrauchen viel Strom, die Geschäftsstelle viel Papier. Zu beachten sind auch die nachgelagerten Aktivitäten wie Auswärtsreisen der Ultras oder die Artikel im Fanshop. Das heißt wie immer auch: Der Konsument muss mitmachen. Shirts, die das Lieferkettengesetz beachten, das in Deutschland wohl bald gelten wird, sind teurer als Fast Fashion made in China.

Aber Nachhaltigkeit ist nicht nur Umwelt. Gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility, kurz: CSR) ist viel facettenreicher. Die Vereinten Nationen, auf die sich die DFL explizit bezieht, nennen siebzehn Entwicklungsziele. An erster Stelle steht der Kampf gegen Armut. Fußballvereine scouten in Afrika. Vielleicht ist es eine gute Idee, wenn sie das Heimatdorf ihres neuen Talents finanziell unterstützen. Deutschland ist übrigens auch nicht frei von prekären Verhältnissen.

Der Fußball hat durch seine Anziehungskraft enormes soziales Kapital. Manche Vereine bieten Training für übergewichtige Fans an, leisten Sozialarbeit in ihren Stadtteilen oder fördern das Ehrenamt, wovon Amateurvereine in der Region profitieren sollen. Andere arbeiten ihre Vereinshistorie in der NS-Zeit auf und setzten sich gegen Rechtsextremismus ein.

Ganzheitliche Nachhaltigkeit, die mehr kennt als den Spendenscheck oder das Benefizspiel, wirkt zudem nach innen. Zuletzt wurde bekannt, dass mancherorts Nachwuchstrainer sehr schlecht bezahlt werden. So bekommt man keine zufriedenen und gesunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein weites Feld sind Good Governance und Compliance, zum Beispiel Maßnahmen gegen Korruption und Kick-backs, also illegale Geldrückflüsse, beliebt etwa nach Transfers. https://61e8f6dabc560fdf346815e39427f94c.safeframe.googlesyndication.com/safeframe/1-0-38/html/container.html

Es ist die Zeit, die Wandel erfordert und ermöglicht… weiterlesen

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