Globaler Wasserkreislauf gerät aus Gleichgewicht

Globaler Wasserkreislauf gerät aus Gleichgewicht
Foto: ju irun/Pixabay CC/PublicDomain

Globaler Wasserkreislauf gerät aus Gleichgewicht

zeit.de: Der Klimawandel und Missmanagement bedrohen die letzten Wasservorräte der Erde, warnen Fachleute im ersten Weltwasserbericht. Sieben Punkte sollen die Krise entschärfen.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sei der globale Wasserkreislauf aus dem Gleichgewicht geraten. Das schreibt ein Gremium aus namhaften Forschenden, Politikerinnen und Politikern im ersten Weltwasserbericht. Jahrzehntelanges Missmanagement, aber auch veränderte Niederschläge und Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels verknappen die weltweiten Wasservorräte.

„Die Wissenschaft zeigt, dass Menschen den Wasserkreislauf auf allen Ebenen beeinträchtigen“, schreibt die neue Global Commission on the Economics of Water in ihrem Report. Auch in Deutschland ist die Wasserkrise zu spüren: Die ungewöhnliche Trockenheit der vergangenen Jahre strapaziert Wälder und Landwirtschaft, Flüsse und Seen. Zugleich werden extrem starke Niederschläge häufiger. Wasser ist regional und saisonal sehr ungleich verteilt. Mit ihrer gerade erst verabschiedeten Wasserstrategie will die Bundesregierung die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser dennoch sichern.

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Viele Details der deutschen Wasserstrategie stehen noch nicht fest. Sie fasst erstmals zusammen, was die Bundesregierung tun will, damit es in Deutschland auch künftig genügend Wasser für alle gibt. Über manches davon muss beispielsweise noch mit den Bundesländern verhandelt werden. Aber die Grundzüge sind klar.

So soll in den kommenden Jahrzehnten im Fall von Wasserknappheit klar geregelt werden, wessen Bedarf Vorrang hat. Industrie und Landwirtschaft sollen zudem mehr Wasser sparen. Ob dafür die Wasserpreise geändert werden sollen, wird geprüft. 

Damit weniger Wasser verloren geht, sollen Feuchtgebiete und Wälder renaturiert werden – wie ein Schwamm soll die Landschaft künftig mehr Wasser speichern. Auch Städte sollen so umgebaut werden, dass sie mehr Wasser aufnehmen können. Durch Gefahrenkarten für Starkregen soll die Bevölkerung zudem besser über die Risiken im Überschwemmungsfall informiert sein. Fernleitungen sollen die Versorgung mit Wasser auch über größere Distanzen hinweg sicherstellen. Flüsse und Seen sollen sauberer werden – etwa durch einen geringeren Dünger- und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft.

Die planetaren Grenzen sind überschritten

Weltweit spitzt sich der Wassermangel seit Jahrzehnten zu. Schon im Frühjahr 2022 war eine Forschergruppe zu dem Ergebnis gekommen, dass die planetare Grenze der Süßwasservorräte bereits erschöpft sei (Nature: Rockström et al.). Das Konzept der planetaren Grenzen beschreibt, wie viele Ressourcen die Menschheit in bestimmten Bereichen verbrauchen darf, ohne ihr eigenes Überleben zu gefährden. Bereits jetzt gelten mehrere dieser Grenzen als überschritten, unter anderem wegen des Klimawandels und des Artensterbens.

Im Weltwasserbericht der Kommission heißt es nun, die Welt sehe sich „einer systemischen Krise auf lokaler und globaler Ebene gegenüber“, mit zunehmenden Schäden weltweit. Wenn es nicht gelinge, diese Krise zu lösen, werde „keine Person, kein Ort, keine Volkswirtschaft und kein Ökosystem davonkommen.“ 

„Wir können die Wasserkrise der Welt nicht länger ignorieren“, heißt es in ihrem Bericht weiter. „Wir werden beim Klimawandel versagen, wenn wir das Wasserproblem nicht lösen. Wir werden auch bei jedem der nachhaltigen Entwicklungsziele versagen.“ Eines dieser 17 UN-Ziele, die bis zum Jahr 2030 für die Menschheit erreicht werden sollen, ist der Zugang zu sauberem Wasser. Die Erreichung hinkt hinterher, für alle Entwicklungsziele müssten Fortschritte laut UN viermal so schnell geschehen wie bisher.

Sieben Punkte, was nun geschehen muss

Die globale Kommission zur Wasserökonomie soll nun grundlegende Lösungen für die globale Wasserkrise finden. Mit dem aktuellen Bericht legt sie erste Ergebnisse vor. Sie schlägt sieben Punkte vor, um den Umgang mit Wasser von Grund auf zu verändern: weiterlesen

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