Grüne Rechenzentren an der Nordsee?

Grüne Rechenzentren an der Nordsee?
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Grüne Rechenzentren an der Nordsee?

Das Internet wächst weiter und seine Anwendungsmöglichkeiten mit ihm. Die Rechenzentren verbrauchen weltweit jährlich bis zu 500 Milliarden kWh Strom. Die durch das Internet verursachten CO2-Emissionen sind zwischenzeitlich so hoch, wäre es ein Land, würde es bereits an 5. Stelle liegen. Das erste grüne Rechenzentrum Deutschlands, das mehr CO2 bindet, als es erzeugt, steht am Rande der Nordsee. Es wird hauptsächlich mit Windenergie betrieben und heizt mit der heißen Abluft ein Gewächshaus, indem Algen gezüchtet werden. Diese wiederum brauchen CO2 um zu wachsen – pro Kilo Algen zwei Kilo CO2. Dank grünen Stroms ist die CO2-Emission der Anlage niedrig, mit den Algen wird sie CO2-neutral und im besten Fall sogar CO2-positiv. 

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„Wir wollen nicht nur die nachhaltige Digitalisierung in Deutschland vorantreiben, sondern auch belegen, wie einfach Unternehmen Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit verbinden können – und sich dabei auf absolute Sicherheit verlassen können“, erklärt Wilfried Ritter, Geschäftsführer von Windcloud. „Da wir den Strom aus unserer Region in naher Zukunft direkt beim Erzeuger beziehen, sparen wir Abgaben, die üblicherweise auf den Strompreis aufgeschlagen werden. Außerdem setzen wir die Abwärme unserer Anlagen, die sonst meist ungenutzt bleibt, gezielt für die Erzeugung nachhaltiger Produkte ein. Daher können wir preislich selbst mit großen Anbietern mithalten, garantieren im Gegensatz zu diesen jedoch, dass die Daten ausschließlich in Deutschland verarbeitet und gespeichert werden.“

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Im gläsernen Gewächshaus auf dem Dach wachsen Algen, derzeit Chlorella und Spironella, in dem für sie besonders angenehmen Wohlfühlklima. Denn die etwa 35 Grad warme Abwärme aus dem Datacenter macht es den Algen so richtig kuschelig. Und aus den geernteten Pflanzen werden unter anderem Snacks mit hohem Nährstoffgehalt (z.B. mehr Omega-3-Fettsäuren als Fische) hergestellt. 

Windcloud betreibt seine Anlagen im nordfriesischen Enge-Sande auf dem Gelände des GreenTEC Campus, einem ehemaligen Militärstandort. Die Energieversorgung wird durch ein versorgerunabhängiges Arealnetz sichergestellt, das den Bezug von 100 % physikalisch grünem Strom, größtenteils aus Windenergie, garantiert. brand eins schreibt über Projekt und Gründer: „Es wurde erbaut und wird betrieben von Leuten, die niemand auf der Rechnung hat. Und es könnte in eine Zukunft führen, die in allen Szenarien fehlt. Eine Geschichte aus Europa, und auch wenn sie klein ist, nein, weil sie klein ist, hat sie einen großen Hintergrund. Leute, die sich auskennen, verbunden in einem Netzwerk der Kompetenzen, bauen in kleinen Schritten die Basis eines vielfältigen Alltags – im Vergleich dazu wirkt das gigantomanische Modell des Silicon Valley wie überholte Schwerindustrie.“ 

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