He Dreiht: Stärkster deutcher Offshore-Windpark

He Dreiht: Stärkster deutcher Offshore-Windpark
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

He Dreiht: Stärkster deutscher Offshore-Windpark

ingenieur.de: Im Offshore-Windpark He Dreiht stehen jetzt alle 64 Windkraftanlagen. Mit 960 MW soll er ab Spätsommer mehr Strom liefern als jeder andere deutsche Windpark auf See. Vorher muss Hersteller Vestas aber noch einen Rotorblattschaden klären.

Im Offshore-Windpark He Dreiht stehen jetzt alle 64 Windkraftanlagen: Die Installation ist abgeschlossen, wie Betreiber EnBW heute (12. 8. 2026) mitteilte. In den kommenden Wochen folgen technische und elektrische Inbetriebnahmearbeiten, bis zum Spätsommer soll der Park vollständig ans Netz gehen.

He Dreiht liegt etwa 85 km nordwestlich von Borkum und 110 km westlich von Helgoland. Mit einer Leistung von 960 MW wird er Deutschlands leistungsstärkster Offshore-Windpark sein, rechnerisch genug für rund 1,1 Mio. Haushalte. Ganz reibungslos läuft der Endspurt allerdings nicht: Hersteller Vestas untersucht derzeit einen Schaden, der Ende Juli an einem Rotorblatt aufgetreten ist.

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Der Bau lief in Etappen:

  • Im August 2024 hatte EnBW die Fundamente für alle 64 Anlagen im Meeresboden verankert
  • Im April 2025 begann die Errichtung der Turbinen. Das Installationsschiff „Wind Orca“ transportierte die Komponenten für jeweils drei Windkraftanlagen vom Hafen Esbjerg in Dänemark zum Baufeld und setzte sie auf die vorbereiteten Fundamente.
  • Ende November 2025 speiste die erste Anlage ihre erste Kilowattstunde ein
  • Im Januar 2026 war nach der Installation von 32 Anlagen Halbzeit

„Mit dem Abschluss der Installation der Windkraftanlagen haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein bei He Dreiht erreicht“, so Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei der EnBW.

Fertig ist der Windpark damit noch nicht. In den kommenden Wochen stehen laut EnBW weitere technische und elektrische Inbetriebnahmearbeiten an. Zudem untersucht Vestas derzeit einen Schaden, der Ende Juli an einem Rotorblatt aufgetreten ist. Zu Ursache, Ausmaß und möglichen Folgen für den Zeitplan nennt die Pressemitteilung keine Details.

WWelche Technik kommt zum Einsatz?

He Dreiht nutzt 15-MW-Windräder des dänischen Herstellers Vestas. Das Modell V236-15.0 wird hier erstmals kommerziell eingesetzt. „Ihre Effizienz und Leistung ermöglichen eine deutliche Steigerung des Energieertrags pro Anlage“, erklärt Nils de Baar, Präsident von Vestas Northern & Central Europe.

Ein einzelnes Windrad erreicht eine Nabenhöhe von 142 m, der Rotor hat einen Durchmesser von 236 m. Mit einer Umdrehung überstreichen die Rotorblätter eine Fläche von knapp 44.000 m², das entspricht ungefähr sechs Fußballfeldern. Laut EnBW reicht eine einzige dieser Umdrehungen aus, um vier Haushalte einen ganzen Tag lang mit Strom zu versorgen.

Der Windpark ist über das System BorWin5 an eine Konverterplattform von TenneT angeschlossen. Dort wird der Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt und über zwei Hochspannungskabel ans Festland transportiert.

Warum der Park eine Weiterentwicklung bedeutet

Zum Vergleich: Laut dem Beratungsbüro Deutsche Windguard besitzen Offshore-Anlagen in deutschen Gewässern im Bestand einen durchschnittlichen Rotordurchmesser von 136 m und eine Nabenhöhe von 96 m. Dabei erreichen sie eine durchschnittliche Leistung von 5,6 MW, also nur etwas mehr als ein Drittel des neuen Vestas-Windrads. Die Anlagen im 2011 in Betrieb genommenen EnBW-Windpark Baltic 1 leisteten sogar nur 2,3 MW pro Anlage… weiterlesen

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