Immer weniger Schnee auf der Erde

Immer weniger Schnee auf der Erde
Foto: Pixabay CC/PublicDomain/HAns Braxmaier

Immer weniger Schnee auf der Erde

Schlechte Nachrichten für Skifahrer, Rodler und Freunde des Winters: Auf der Erde fällt immer weniger Schnee. Das zeigen Auswertungen der Physikerin Claudia Notarnicola von Eurac Research im italienschen Bozen. Sie wertete dafür Satellitenbilder und Bodenmessungen zwischen den Jahren 2000 und 2018 aus.

Ergebnis der Südtiroler Wissenschaftlerin: In 78 Prozent der Berggebiete weltweit bedeckte immer weniger der „weißen Pracht“ die Hänge in den Bergmassiven der Erde. Notarnicolas Karten zeigen: „Oberhalb von 4000 Metern ist für Parameter wie die Ausdehnung der Schneedecke und die Dauer der Schneebedeckung ein konstanter Rückgang zu verzeichnen, während die Lufttemperatur ansteigt“, schreibt dazu der Informationsdienst der Wissenschaft (idw).

Berggebiete sind Frühwarnsysteme für den Klimawandel

„Nach einem schneearmen Winter hat der Frühling dieses Jahr sehr früh begonnen. Kommt so etwas häufiger vor, dann kumulieren sich die Auswirkungen mit den Jahren und werden deutlich sichtbar“, sagt Claudia Notarnicola als stellvertretende Leiterin des Instituts für Erdbeobachtung von Eurac Research. Sie ist verantwortlich für die Studie.

Ab 1.500 bis 2.000 Metern sei die Temperatur doppelt so stark angestiegen wie im globalen Durchschnitt, erkannte die Forscherin. Der Anstieg sei umso größer, je höher ein Gebiet liege.

Aus diesem Grund gelten Berggebiete als Frühwarnsystem für den Klimawandel.

Foto: Hans Braxmaier/Pixabay CC/PublicDomain

Anhand der globalen Kartierung der Schneebedeckung der vergangenen 20 Jahre können Forscher Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen erkennen und ein klares Bild von der Situation weltweit gewinnen. „Den Schneekarten können wir beispielsweise entnehmen, dass in 78 Prozent der beobachteten Gebiete weniger Schnee fällt“, erklärt Notarnicola „Zudem ist die Dauer der Schneebedeckung rückgängig, was vor allem auf die frühe Schneeschmelze im Frühjahr zurückzuführen ist und weniger auf den Umstand, dass der erste Schnee später fällt. Wir haben außerdem festgestellt, dass sich oberhalb von 4.000 Metern die meisten untersuchen Parameter verschlechtern: Die Temperaturen steigen, die Ausdehnung der Schneedecke nimmt ab, die Niederschläge werden weniger, der Schnee schmilzt früher.”

Südamerika und Ostalpen besonders vom Schneemangel betroffen

Einige Regionen der Welt leiden besonders unter den klimatischen Veränderungen: In Südamerika etwa zeigen 20 Parameter eine negative Entwicklung. In den Alpen ist die Situation gravierend, wobei die Ostalpen jedoch stärker von den klimatischen Veränderungen betroffen sind als die Westalpen.
„Die Karte zeigt auch, dass die Schneebedeckung in manchen Gebieten zugenommen hat, etwa in Russland“, so Notarnicola. „Auf den ersten Blick scheint dies ein gutes Zeichen zu sein, in Wirklichkeit hängt dies jedoch mit den steigenden Temperaturen zusammen. Sie bleiben zwar unter dem Gefrierpunkt, sind jedoch um einige Grad angestiegen: In Kombination mit feuchter Luft, begünstigt dies den Schneeniederschlag.“

red

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