Japan kämpft Rückbau des AKW Fukushima

Japan kämpft Rückbau des AKW Fukushima
Foto: IAEA-Immagebank

Japan kämpft Rückbau des AKW Fukushima

sumikai.com: Fünfzehn Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima liegen in den oberen Stockwerken des Reaktorgebäudes 1 noch immer große Mengen radioaktiver Trümmer, die vor dem geplanten Abtransport von 392 abgebrannten Brennelementen beseitigt werden müssen. Der Betreiber Tokyo Electric Power Company (TEPCO) hat deshalb mit der Räumung begonnen, stößt aber bereits bei der Zwischenlagerung des Abfalls an seine Grenzen.

Die Arbeiten laufen seit dem 22. Juni. Ein neuer Kran soll die Trümmer der Wasserstoffexplosion in Behälter verladen und zu einem Lager auf dem Gelände bringen. TEPCO will zwischen den Haushaltsjahren 2027 und 2028 damit beginnen, die Brennelemente aus dem gefüllten Abklingbecken im oberen Teil des Reaktorgebäudes zu entfernen. Ohne die vorherige Räumung ist dieser Schritt nicht möglich.

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Wasserstoffexplosion zerstörte die oberen Stockwerke

Am 12. März 2011 explodierte Wasserstoff im Reaktorgebäude 1, einen Tag nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami in der Region Tohoku. Durch den Stromausfall fiel die Kühlung der Reaktoren aus. Die Explosion riss Teile der oberen Stockwerke weg und verteilte Trümmer des Dachs und des früheren Krans im Gebäude. TEPCO hat das Reaktorgebäude inzwischen mit einer ausfahrbaren Abdeckung versehen. Sie ist 56 Meter breit und 66 Meter lang. Zusammen mit dem neuen Kran wiegt die Konstruktion rund 7.900 Tonnen und damit etwa so viel wie zwei Tokyo Tower.

Die im Januar fertiggestellte Abdeckung soll verhindern, dass radioaktiver Staub in die Luft gelangt oder Regenwasser in das Gebäude eindringt. TEPCO untersucht außerdem mögliche größere Risse in den oberen Stockwerken und nutzt ferngesteuerte Maschinen, um Teile der Trümmer abzubauen.

Neue Lager reichen nur für wenige Jahre

Die Behälter mit dem Abfall kommen zunächst in das Lager Nummer 10 auf dem Kraftwerksgelände. Es besteht aus den Gebäuden A, B und C. Die ersten beiden werden seit 2024 genutzt. Gebäude C ist 50 Meter breit, 180 Meter lang und 20 Meter hoch. Behälter mit hoher Strahlung stehen im Inneren des Gebäudes. Behälter mit niedrigerer Strahlung werden darum herum angeordnet und dienen als zusätzliche Abschirmung. Außerhalb der Hallen lagern jedoch weiterhin Abfälle unter provisorischen Bedingungen. Dazu gehören gefällte Bäume und Behälter im Freien. In Küstennähe nutzt TEPCO zudem Flächen mit einer undurchlässigen Unterlage, auf denen Abfälle mit Erde bedeckt werden.

Bis zum Haushaltsjahr 2028 will TEPCO sämtliche dafür vorgesehenen Abfälle in geschlossene Gebäude bringen. Das soll das Risiko von Bränden und Korrosion verringern. Vor der Katastrophe verfügte das Kraftwerk über acht Abfalllager. Nach 2011 kamen die Anlagen 9 und 10 hinzu. Lager 11 befindet sich im Bau und soll im Mai 2028 öffnen. Bis Ende des Haushaltsjahres 2028 soll die Kapazität auf 216.000 Kubikmeter steigen. TEPCO rechnet bis dahin mit rund 207.000 Kubikmetern Abfall. Bereits für 2035 erwartet das Unternehmen jedoch erneut volle Lager und prüft deshalb den Bau einer zwölften Anlage.

Gesamtmenge des Atommülls ist nicht bekannt

TEPCO geht davon aus, dass bis Ende des Haushaltsjahres 2036 rund 800.000 Kubikmeter radioaktiver Abfall entstehen. Eine Schätzung für die gesamte Stilllegung des Kraftwerks nennt das Unternehmen bislang nicht. Ein Ausschuss der Atomic Energy Society of Japan rechnet ohne Maßnahmen zur Verringerung des Volumens mit etwa 5,6 Millionen Kubikmetern. Das entspricht ungefähr dem Fassungsvermögen von viereinhalb Tokyo Domes.

In dieser Schätzung sind auch Abfälle aus dem Rückbau der Gebäude enthalten. Rückstände aus der Reinigung des kontaminierten Wassers, darunter Schlämme und Filtermaterial, lagern teilweise in anderen Anlagen. TEPCO will einen Teil davon noch im laufenden Haushaltsjahr in ein großes Abfalllager bringen. Das Gebäude ist 23 Meter breit, 186 Meter lang und 17 Meter hoch und wurde zuletzt gegen Erdbeben verstärkt.

TEPCO will den Abfall halbieren und teilweise recyceln

TEPCO sortiert den Abfall nach seiner Strahlung. Rund 70 Prozent der bis 2036 erwarteten 800.000 Kubikmeter sollen in den festen Abfalllagern untergebracht werden. Das Unternehmen will dieses Volumen durch Zerkleinern und andere Verfahren halbieren. Die übrigen 30 Prozent sollen nach Möglichkeit wiederverwertet werden. Metall und Beton mit einer Strahlung von mindestens 0,005 Millisievert pro Stunde werden zerschnitten oder teilweise zerkleinert. Material unterhalb dieses Werts könnte eingeschmolzen und recycelt werden… weiterlesen

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