Klimaanlagen: Teufelskreis verstärkt den Klimawandel

Klimaanlagen: Teufelskreis verstärkt den Klimawandel
Foto: Mylene2401/Pixabay CC/PublicDomain

Klimaanlagen: Teufelskreis verstärkt Klimawandel

Der Klimawandel verschärft ein – bislang leider meist verdrängtes – Problem: den steigenden Bedarf an künstlicher Abkühlung der menschlichen Umgebung. Klimaanlagen nämlich werden zum Treiber eines gefährlichen Teufelskreises, beschreiben Wissenschaftler an der Smith School of Enterprise and the Environment.

Dort hat jetzt Dr Radhika Khosla eine Studie zum Thema für die Fachzeitschrift Nature Sustainability erstellt und publiziert. Sie sagt: „Wenn es den Menschen nicht gelingt, nachhaltige Methoden für den berechtigten Bedarf an Kühlung ihrer Umgebung, ihres Essens oder ihrer Medikamente zu erfinden, setzen wir einen sich selbst verstärkenden Teufelskreis in Bewegung, wenn immer mehr Klimaanlagen durch ihren Betrieb immer mehr Energie brauchen und damit die Temperatur auf der erde immer mehr aufheizen.“

Bis 2050 klettert der Bedarf an Klimaanlagen weltweit

Die aus Saudi-Arabien stammende Wissenschaftlerin sowie ihr Chef Professor Malcolm McCulloch belegen diese These mit harten Fakten. So steige der Verkauf und Gebrauch von Klimaanlagen weltweit bis 2050 um bis zum Dreifachen – auch der damit einhergehende Energieverbrauch. Das entspreche dann etwa dem Verkauf von 10 Anlagen pro Sekunde in den kommenden 30 Jahren.

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Auch in Deutschland sind die jährlichen Nachfragesteigerungen seit Jahren konstant. „Derzeit haben nach Schätzungen des Umweltbundesamtes etwa 1,65 Millionen deutsche Haushalte Klimageräte. Das sind etwa drei Prozent. Bis 2030 könnte sich der Bestand verdreifachen“, berichtet das ZDF. „Ich kühle, verbrauche damit mehr Energie, verursache damit noch mehr CO2, was noch mehr zum Klimawandel beiträgt. Das ist ein Teufelskreis, den wir damit weiter befeuern“, ziiert der Sender Klimaschutzexperten aus der Umweltszene.

Beim NABU etwa meint daher Danny Püschel: Klimaanlagen brauche in Deutschland niemand. Rollos oder Querlüften würden in unseren Regionen ausreichen. „Alles, was gegen die Kälte im Winter hilft, hilft auch gegen die Hitze im Sommer“, sagt er dem ZDF.

Dr. Khosla zieht aus der berechneten Zunahme neuer Klimaanlagen auf der Erde die für sie alleinige Konsequenz, dass sowohl jede einzelne Person wie jedes Unternehmen aber auch alle Regierungen solche Steigerungsraten verhindern müssten. Es seien dringend neue Systeme und Methoden erforderlich, um unsere Lebens- und Arbeitsweise auf neue Grundfesten zu stellen.

pit

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