Klimakrise größtes Problem für die Wirtschaft

Klimakrise größtes Problem für die Wirtschaft
Screenshot: capital.de

Klimakrise größtes Problem für die Wirtschaft

capital.de: Der Klimawandel schadet nicht nur der Umwelt, sondern greift auch die Weltwirtschaft an, zeigt eine Studie des Schweizer Rückversicherers Swiss Re. Was die Politik tun muss, um die Klimakrise einzudämmen, erklärt SwissRe-Chefökonom Jérôme Haegeli im Interview

Ihre Analyse zeigt erschreckende Szenarien: Der Welt droht bis zum Jahr 2050 durch den Klimawandel ein Verlust von bis zu 18 Prozent der Wirtschaftskraft, wobei der Rückgang in einigen Schwellenländern sogar mehr als 40 Prozent betragen könnte. Andererseits schreiben Sie auch, dass ein klimapolitischer Kurswechsel machbar und das Zwei-Grad-Ziel des Klimaabkommens von Paris erreichbar ist. Was überwiegt für Sie hier: das Horrorszenario oder die Hoffnung?

Jérôme Haegeli: Das Fazit ist, dass es wirklich fünf vor zwölf ist. Wir wollen nicht alarmistisch sein. Was Sie als Horrorszenario bezeichnen, ist absolut realistisch. Die Klimakrise ist langfristig mit Abstand das größte Risiko für die Weltwirtschaft. Unser Worst-Case-Szenario, wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternähmen, von 18 Prozent Verlust an Wirtschaftskraft bis 2050 ist sogar noch schlimmer, als es auf den ersten Blick vielleicht erscheint. Denn die Weltbevölkerung wächst ja weiter. Bis dahin werden nach Schätzung der UN noch einmal zwei Milliarden Menschen dazu kommen, für die wir eigentlich zusätzliches Wachstum benötigen. Jetzt nichts zu tun gegen den Klimawandel – das ist unsere Botschaft – ist die teuerste aller Alternativen. Klimapolitik ist Wirtschaftspolitik!

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Was sind denn die anderen Alternativen? Mit welchen zusätzlichen Maßnahmen wäre es Ihres Erachtens nach möglich, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen?

Da gibt es keine Wunderwaffe, wir brauchen ein ganzes Menü von Maßnahmen. Zu den wichtigsten gehören: Erstens: Transparenz beim CO2-Ausstoß und internationale Regeln für nachhaltiges Wirtschaften. Das Kürzel ESG ist inzwischen weltweit bekannt. Das Bewusstsein der Investoren für das Thema wächst auch. Es fehlen aber einheitliche, internationale Standards sowie Transparenz und Kontrolle insbesondere des CO2-Ausstoßes von Unternehmen. Dasselbe muss dann zweitens auch für Staaten gelten. Auch hier brauchen wir transparente CO2-Bilanzen. Die könnten beispielsweise im Rahmen der regelmäßigen Konsultationen des Internationalen Währungsfonds kontrolliert werden. Und drittens brauchen wir eine CO2-Steuer. Heute ist die, auch in Deutschland, noch viel zu niedrig. Ich schätze, sie müsste mindestens 75 Dollar pro Tonne betragen. Zudem müssen wir investieren in Technologien, die CO2 wieder aus der Atmosphäre holen können und vor allem in nachhaltige Infrastruktur… weiterlesen

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