COP30: Money schlägt Moral

COP30: Money schlägt Moral
Foto: Geralt/Pixabay CC/PubicDomain

COP: Money schlägt Moral

Gerd Pfitzenmaier

Dieses Mal haben die Skeptiker (und mancher raunt: „Mal wieder“) Recht behalten: „Die COP30 in Belém endet mit einem enttäuschenden Ergebnis“, kommentiert der BUND das mehr als magere Resultat der soeben beendeten Klimakonferenz im brasilianischen Belém. Nach zwei Wochen Debatten konnten die Verhandler nur marginale kosmetische Korrekturen an den Vertragszielen erreichen – ein von der Welt erhoffter Durchbruch bleibt Fehlanzeige: kein verbindlicher Fahrplan aus der Klimakatastrophe.

Zu mächtig bremsten Partikularinteressen – vor allem der Ölstaaten – ein wahrhaft planetares Einschreiten gegen die Erderwärmung aus. Der Weg im Amazonas war vorgezeichnet: Money siegte erneut über Moral.

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Versprechen müssen Taten folgen

Da half auch kein Protest der so genannten Zivilgesellschaft. Indigene oder Gewerkschafter äußerten ihn laut vor dem Verhandlungsgebäude. Drinnen erzeugte das wenig Eindruck. „Der ‚Paris-Moment‘ in Belém ist ausgeblieben“, fasst Sascha Müller-Kraenner als Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) seine Enttäuschung über die COP30 zusammen: „Gemessen an den Anforderungen greifen die Beschlüsse zum Ausstieg aus den fossilen Energien und zum Stopp der globalen Entwaldung zu kurz.“ Recht hat er.

Nur Signale senden ist zu wenig, um den Klimawandel zu stoppen. Den Versprechen müssen zwingend auch Taten folgen. Da sind auch Milliarden aus dem Bundesetat, wie sie Regierungschef Merz ankündigt, zu wenig. Außerdem sind auch sie ja nur ein Freikauf für ein reineres Gewissen. Nötig wäre ein Umdenken in unserem wirtschaftlichen Verhalten: Damit erst gar kein neues Treibhausgas mehr in die Atmosphäre gelangen kann.

Gerd Pfitzenmaier

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