Nordsee-Erdgas: Konzerne wollen mehr fördern

Nordsee-Erdgas: Konzerne wollen mehr fördern
businessinsider.de: Die Energiekonzerne Tenaz Energy und One-Dyas planen laut „Handelsblatt“ die Förderung von Erdgas vor der deutschen Nordseeküste. Sie beabsichtigen, sechs neue Gasfelder im Naturschutzgebiet Borkum Riffgrund zu erschließen. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert die Pläne und bezweifelt die Verbesserung der Versorgungssicherheit.
Während die Gasspeicher in Deutschland nach dem eisigen Jahresbeginn 2026 niedrigere Füllstande als in Vorjahren erreicht haben und daher eine Debatte um eine nationale Gasreserve entstanden ist, geraten die Erdgasvorkommen vor der deutschen Nordseeküste in den Blick internationaler Energiekonzerne.
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Im Zentrum stehen dabei das kanadische Unternehmen Tenaz Energy und der niederländische Konzern One-Dyas. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine Investorenpräsentation von Tenaz Energy berichtet, planen die Unternehmen eine deutliche Ausweitung der Förderung von Erdgas einem Abschnitt der Nordseeküste vor Deutschland und den Niederlanden.
Sechs weitere Felder in Nordsee erschlossen
So sollen zusätzlich zu dem Feld N05-A, das zur Hälfte auf deutschen, zur anderen Hälfte in niederländischen Hoheitsgewässern liegt, und bei dem die Investitionsentscheidung bereits im Herbst 2022 fiel, sechs weitere Gasfelder in der deutschen Nordsee erschlossen werden, die allesamt im Naturschutzgebiet Borkum Riffgrund liegen.
Um diese Vorkommen zu fördern, wäre neue Infrastruktur nötig. Während das Feld mit dem Namen Opal noch von einer Plattform auf niederländischem Gebiet aus erreicht werden könnte, erfordern die weiter entfernten Felder laut der Präsentation, die dem „Handelsblatt“ vorliegt, zusätzliche Produktionsanlagen. One-Dyas bestätigte dem „Handelsblatt“ bereits, dass dafür zwei bis drei zusätzliche Förderplattformen auf See errichtet werden könnten. Am Mittwoch steht das Thema Gasförderungen in der Nordsee auf der Tagesordnung eines Bundestagsausschusses.
Laut One-Dyas verfügen die anvisierten Felder über ein Gesamtpotenzial von 15 Milliarden Kubikmetern Gas, was verglichen mit dem deutschen Jahresverbrauch von knapp 90 Milliarden im Jahr 2025 nur ein kleiner Anteil wäre.
Die geplante Ausweitung der Förderung von Erdgas ruft scharfe Kritik hervor
Während Ludger Radermacher vom Öl- und Gasförderverband BVEG laut „Handelsblatt“ betont, dass man die heimische Gasförderung nicht ausschließen könne, wenn man sich gleichzeitig von russischen und US-amerikanischen Energieimporten unabhängiger machen wolle, tritt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) als scharfe Kritikerin der Pläne auf. Die DUH hatte bereits 2022 gegen die Bohrgenehmigung von One-Dyas vor Borkum geklagt – was mittlerweile jedoch von einem Oberverwaltungsgericht abgewiesen wurde.
Clara Winkler, Referentin für Energie und Klimaschutz bei der DUH, erklärt gegenüber dem „Handelsblatt“: „Tenaz und One-Dyas konkretisieren jetzt das, was wir immer befürchtet haben.“
Die Kritik zielt dabei vor allem auf die Pläne, die im Naturschutzgebiet liegenden Vorkommen anzuzapfen…. weiterlesen


