Plastikabkommen: Wirtschaft in der Pflicht

Plastikabkommen: Wirtschaft in der Pflicht
Wieder einmal stellt die Weltgemeinschaft ganz klar partikulare Wirtschaftsinteressen über das Wohl aller: Die Verhandlungen in Genf über ein Abkommen zur Begrenzung von Plastik(müll) sind gescheitert. „Die Öl-, Gas- und Chemieindustrielobbyisten haben (…) gewonnen“, kommentiert Verena Graichen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie hat – leider – allzu recht: „Bis 2060 müssen wir mit einer Verdreifachung der Plastikproduktion rechnen.“
Damit aber gefährden wir unsere Gesundheit. Denn in Plastik stecken über 4.200 Zusatzstoffe. Die sind zum Teil giftig, manche lösen Krebs aus oder machen unfruchtbar. Außerdem verteilen sich kleinste Kunststoffpartikel weltweit in Böden und Gewässern. So gelangen sie über die Nahrungsketten auf unsere Teller und in unsere Körper – bis ins Blut und Gehirn!
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Wer profitieren will, trägt Verantwortung
Das macht allzu deutlich, dass rein wirtschaftliches Kalkulieren mit Profit fehl am Platz ist. Hersteller und Nutzer solcher Produkte – so praktisch diese in unserem Alltag manchmal erscheinen mögen – müssen endlich andere Maßstäbe an ihr Handeln anlegen: und wenn nötig auf rasch und günstig zu erzielende Einnahmen zugunsten des Wohls der gesamten Menschheit verzichten.
Das klingt drastisch, ist aber unumgänglich. Wer verdienen will, muss etische Regeln beachten. Daran führt kein Weg vorbei. Wirtschaft trägt Verantwortung, wird der aber in vielen Fällen leider nicht gerecht. Das muss sich ändern.
Gerd Pfitzenmaier



PLASTIKZEITALTER
Plastik ist überall;
beliebt in Ost und West,
für die Umwelt ein Härtetest.
Dieser Stoff verrottet kaum,
für die Natur ein Alptraum.
Plastikflut und Wegwerftrend,
man konsumiert permanent.
Plastik im Meer und an Land,
in Flüssen, am Badestrand.
Mit Mikroplastik verseucht,
was da kreucht und fleucht.
Der Mensch ist kontaminiert,
höchste Zeit, dass er reagiert.
Für das Leben auf Erden,
endlich nachhaltig werden!
Es treiben Müllinseln auf den Wellen
nicht nur vor Antillen und Seychellen.
Des Meeres Flora und Fauna Idyll
ist ausgesetzt unserem Plastikmüll.
Was wir achtlos in die Umwelt geben,
bedroht der Tiefsee fragiles Leben.
Es findet die grausige Kunststoffpest
ihren Weg in jedes Korallennest.
In der Entwicklung Millionen Jahren
trotzten die Fische allen Gefahren.
Oktopus und Wal, jedes Meerestier
lebte einst wahrhaft paradiesisch hier.
Der Mensch, im ungebremsten Plastikwahn,
bringt nun das Ökosystem aus der Bahn.
Hat Homo sapiens noch kluge Ideen,
oder müssen die Fische an Land geh’n?
Man produziert und produziert,
plündert Ressourcen ungeniert.
Gewinnmaximierung ist Pflicht,
die intakte Natur zählt nicht.
Börsenkurse steh’n im Fokus,
Umweltschutz in den Lokus.
Die Jagd nach ewigem Wachstum
bringt letztlich den Planeten um.
Das oberste Gebot der Zeit
muss heißen Nachhaltigkeit.
Statt nur nach Profit zu streben,
im Einklang mit der Natur leben.
Der Mensch, dieses kluge Wesen,
kann im Gesicht der Erde lesen.
Er sieht die drohende Gefahr,
diese Müllberge Jahr für Jahr.
Homo sapiens muss aufwachen,
seine Hausaufgaben machen.
Wir alle stehen in der Pflicht,
maßvoll leben ist kein Verzicht.
Teilen und Second Hand der Trend,
Repair vor Neukauf konsequent.
Bei allem etwas Enthaltsamkeit,
nehmen wir uns die Freiheit.😉
Für Gesundheit und Wohlergeh’n,
dem Plastikwahnsinn widersteh’n.
Rainer Kirmse , Altenburg
Herzliche Grüße aus Thüringen