Stechpalme: Baum des Jahres 2021

Stechpalme: Baum des Jahres 2021
Foto: Wikimedia CC/pflanzenenzyklopaedie.de

Stechpalme: Baum des Jahres 2021

Wirkt exotisch, ist aber Europäerin durch und durch: „Die Stechpalme ist ein Paradebeispiel für gelebten Artenschutz, dank dem sich die Bestände in den letzten hunde. Er ist der Präsident der Baum des Jahres Stiftung.

Als Schirmherrin begrüßt Bundesministerin Julia Klöckner die Wahl der immergrünen Laubbaumart. Sie sei ein Baustein der heimischen Biodiversität: „Sie ist Bestandteil unseres Ziels, den Umbau unserer Wälder zu klimaangepassten Mischwäldern weiter voranzubringen.“

Wald im Klimastress braucht Unterstützung

Klöckner dankt der Baum des Jahres Stiftung – Dr. Silvius Wodarz Stiftung für ihr Engagement und betont: „Unsere Wälder sind im Klimastress. Umso wichtiger, dass Wald und Bäume Fürsprecher haben, wie die Baum des Jahres Stiftung.“ Es seien Forstleute gewesen, Naturschützer und Politik die in den 1920er-Jahren auf den dramatischen Rückgang der Stechpalme reagierten: Zuvor erfreute sich die Art als Feiertagsdekoration so großer Beliebtheit, dass sie in ganzen Wagenladungen aus den Wäldern transportiert wurde.

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Seit etwa hundert Jahren habe wildwachsender Ilex als Weihnachtsdekoration ausgedient und stehe in Deutschland unter besonderem Schutz. Als Folge des schutzes hätten die Bestände sich erholt.

Stechpalme eroberte sich neue Lebensräume

Seit Urzeiten in Europa beheimatet, hat Ilex aquifolia es aufgrund klimatischer Veränderungen geschafft, sich neue Lebensräume in Skandinavien und Polen zu erschließen. Da sie häufig im Unterholz schattiger Laubwälder als Strauch wächst, ist ihre wirtschaftliche Nutzung weitgehend unbedeutend. Als Teil der heimischen Flora bildet sie aber einen wertvollen Baustein der Biodiversität unserer Wälder. „Unsere Wälder und die nachhaltige Holznutzung entlasten die Atmosphäre jährlich um 14 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen. In dieser Zeit brauchen unsere Bäume unser engagiertes Handeln. Als Große Koalition haben wir deshalb dafür gesorgt, dass 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, um den Wald klimastabil zu machen und naturnah zu bewirtschaften. Hierzu trägt auch der Baum des Jahres bei. Der sympathische Immergrün ist er ein hervorragender Brutplatz und eine wichtige

Nahrungsquelle für Vögel, Bienen und Hummeln“, so Klöckner. Als Ziergehölz hat die Stechpalme ihren Siegeszug schon lange angetreten und ist heute in kaum überschaubarer Farb- und Formenfülle in Gärten und Parks vertreten.

Ein König für den Ilex

Nikolaus Fröhlich ist der erste Deutsche Baumkönig: „Meine Patenart ist ein
Paradebeispiel, wie Artenschutz im bewirtschafteten Wald gelingt.“ erklärt der studierte Landschaftsarchitekt. „Die Stechpalme ist somit ein wichtiger Baustein unserer heimischen Biodiversität – und das möchte ich den Menschen im nächsten Jahr näherbringen.“ Fröhlich bringt viel Erfahrung aus dem Bereich Garten und Landwirtschaft mit und freut sich 2021 als Botschafter der Baum des Jahres Stiftung unterwegs zu sein.

red

Hintergrundinformation

Aufgrund behördlicher Bestimmungen findet die Ausrufung ohne Publikum und Gäste im Zoologischen Garten Berlin statt. Stefan Meier überreicht Bundesministerin Julia Klöckner ein Gesteck aus Ilexzweigen, der – wie er betont – natürlich aus seinem Garten stammt. Denn die Stechpalme, auch Walddistel oder Christusdorn genannt, ist in Deutschland gemäß Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und darf nicht
aus Natur entnommen werden.

Ilex aquifolia stockt heute in Europa dort, wo die Winter mild und die Sommer nicht zu trocken sind. Zum Schutz vor Verbiss bilden Stechpalmen die Bewehrung ihrer Blätter in der Regel bis zwei Meter Höhe aus. Ihre Blüten dienen im Sommer Bienen als Nahrung und im Winter ergänzen die roten Beeren der weiblichen Stechpalmen den Speisezettel von Vögeln. Für Menschen sind Blätter und Beeren übrigens giftig. Das Holz der Stechpalme ist hart und zäh und eignet sich für kleine, feine Holzarbeiten.

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