Warum Wärmepumpen optimale Heizungen sind

Warum Wärmepumpen optimale Heizungen sind
Weil Heizen für einen großen Anteil des Energieverbrauchs in Deutschland steht, ist die Debatte um die richtige Wärmequelle in unseren Kellern entbrannt. Im Gespräch mit globalmagazin steht Jan Oliveira als Leiter des Produktmanagements Heizung, Installation, Lüftung der REISSER AG Rede und Antwort zur Frage, wie Hausbesitzer möglichst klimafreundlich und nachhaltig für Wärme sorgen.
Heizen und Energie sind in Deutschland seit der Wärmepumpendebatte ein heikles Thema: Was spricht FÜR diese Art der Energienutzung?

Jan Oliveira: Die Wärmepumpe gilt zu Recht als Schlüsseltechnologie der Energiewende – und das nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern vor allem aus technologischen Gründen. Ihr Funktionsprinzip basiert auf demselben physikalischen Effekt wie ein Kühlschrank, nur in umgekehrter Richtung: Statt einem Innenraum Wärme zu entziehen, holt die Wärmepumpe Wärme von draußen ins Haus.
Physikalisch ist das sehr effizient. Langzeitmessungen zeigen Jahresarbeitszahlen von im Mittel etwa 3,4 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen und über 4 bei Erdreichanlagen, also häufig drei bis fünf Kilowattstunden Wärme pro Kilowattstunde Strom.
Der entscheidende Vorteil liegt damit im Gesamtsystem. Während zum Beispiel Gas- oder Ölheizungen fossile Energie nahezu eins zu eins in Wärme umwandeln, nutzt die Wärmepumpe die Umweltenergie und benötigt dafür lediglich Strom.
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Der Kreisprozess lässt sich in vier Stufen beschreiben:
- Stufe 1 – Wärme aufnehmen (Verdampfer): Die Wärmepumpe erzeugt keine Wärme durch Verbrennung, sondern entzieht der Umwelt – also der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser – die vorhandene Energie. Diese Wärme reicht aus, um das im System zirkulierende Kältemittel zum Verdampfen zu bringen.
- Stufe 2 – Verdichten (Kompressor): Ein elektrisch betriebener Kompressor verdichtet den Kältemitteldampf. Durch die Druckerhöhung steigt die Temperatur des Gases stark an.
- Stufe 3 – Wärme abgeben (Verflüssiger): Die so gewonnene Wärme wird über einen Wärmetauscher an das Heizsystem abgegeben. Das Kältemittel kühlt dabei ab und kondensiert wieder zu einer Flüssigkeit.
- Stufe 4 – Entspannen (Expansionsventil): Ein Expansionsventil senkt den Druck des Kältemittels weiter ab, wodurch es noch stärker abkühlt und erneut bereit ist, Umweltwärme aufzunehmen. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Was wäre politisch geboten, um diesen Weg erfolgreich zu beschreiten?
CDU/CSU und SPD haben am 24. Februar 2026 ihre Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vorgelegt, mit dem das umgangssprachliche Heizungsgesetz reformiert bzw. ersetzt werden soll. Die Eckpunkte stellen politische Vereinbarungen der Koalition dar, nicht jedoch ein fertiges Gesetz. Ein Gesetzentwurf soll noch im Frühjahr 2026 folgen, mit dem Ziel, ihn bis zum 1. Juli 2026 in Kraft zu setzen. Bis dahin gilt weiterhin das bestehende Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Was stützt Ihre optimistische Einschätzung, dass in den kommenden Jahren die Hälfte der Wohngebäude mit Wärmepumpen heizt?
Für den Neubau gehe ich bei der Aussage mit. Die Wärmepumpe hat sich hier schon gut technologisch durchgesetzt und der Trend sollte sich auch mit neuem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) und den aktuell bekannten Eckpunkten fortsetzen. Beim Bestand heißt es abzuwarten, was das GMG tatsächlich mit sich bringt und ob sich der Trend der Wärmepumpe sofort darauf übertragen lässt. Auf lange Sicht gesehen ist aktuell die Wärmepumpe die technologische Zukunft.
Was sollte ein Hausbesitzer tun, um seine Heizung klimafreundlich zu erneuern?
Hausbesitzer sollten zunächst eine Bestandsaufnahme und Analyse ihres Gebäudes durch das Fachhandwerk vornehmen lassen. Darauf aufbauend empfiehlt es sich, die Gebäudesanierung in Kombination mit der passenden Heiztechnologie zu planen. Außerdem sollten aktuell gültige Fördermittel und Finanzierungsoptionen geprüft werden.
Und wie ist die Tendenz der Kosten für eine solche Sanierung?
In den vergangenen Jahren sind Bau-, Material- und Handwerkerkosten spürbar gestiegen. Entsprechend bleibt das Preisniveau aktuell hoch. Wie sich die Kosten künftig entwickeln, hängt unter anderem von der allgemeinen Baukonjunktur, der Nachfrage und möglichen Förderbedingungen ab. Aber das schwankt auch stark je nach Gebäudezustand und Umfang der Maßnahmen.
pit


