Wasserverschmutzung durch Nitrate

Wasserverschmutzung durch Nitrate
Foto: Pixabay CC0

Null-Schadstoff-Ziel: Es muss mehr gegen die Wasserverschmutzung durch Nitrate getan werden

Die EU-Kommission warnt in ihrem jüngsten Bericht über die Umsetzung der Nitrat-Richtlinie (auf Grundlage von Daten für den Zeitraum 2016-2019) davor, dass die Gewässer in der EU immer noch mit schädlichen Nitraten verunreinigt werden. Eine übermäßig hohe Nitratkonzentration in Gewässern wirkt sich schädlich auf die menschliche Gesundheit und auf Ökosysteme aus, da sie Sauerstoffmangel und Eutrophierung verursacht. Dort, wo die nationalen Behörden und Landwirte Gewässer saniert haben, hatte dies positive Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung und die biologische Vielfalt, aber auch auf Wirtschaftsbereiche, die hiervon abhängen (z. B. Fischerei und Tourismus). Dennoch stellt die Überdüngung in vielen Teilen der EU nach wie vor ein Problem dar.

nitrates directive infographic
Grafik: EU-Kommission

Virginijus Sinkevičius, der Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei, erklärte dazu: „Mit der Umsetzung der Nitrat-Richtlinie hat sich die Wasserqualität in der EU in den vergangenen 30 Jahren insgesamt zweifellos verbessert. Es hat sich auch gezeigt, dass sich das ernsthafte Bemühen um Umstellung auf nachhaltige Methoden auszahlt. Allerdings reicht das derzeitige Tempo der Veränderung nicht aus, um Schädigungen der menschlichen Gesundheit zu verhindern und empfindliche Ökosysteme zu bewahren. Im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal sind nun dringend weitere Maßnahmen erforderlich, damit wir zu einer nachhaltigen Landwirtschaft gelangen und unsere Versorgung mit wertvollem Trinkwasser schützen können.

Die Nitratkonzentration sowohl in den Oberflächengewässern als auch im Grundwasser sei zwar seit 1991 in der EU zurückgegangen, habe aber in den letzten zehn Jahren nur noch minimale Fortschritte erzielt, so der Bericht. Die Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft ist für viele Mitgliedstaaten nach wie vor ein ernstes Problem. Im Zeitraum 2016-2019 wurde bei 14,1 % des Grundwassers der für Trinkwasser festgelegte Grenzwert für die Nitratkonzentration immer noch überschritten. Den Untersuchungsergebnissen zufolge zählen zu den in der EU als eutroph gemeldeten Gewässern 81 % der Meeresgewässer, 31 % der Küstengewässer, 36 % der Flüsse und 32 % der Seen.

Die Kommission wird Maßnahmen ergreifen, damit die Anforderungen der Nitrat-Richtlinie besser eingehalten werden. Dies ist eine Voraussetzung für das Erreichen des Ziels des europäischen Grünen Deals, bis 2030 die Nährstoffverluste um mindestens die Hälfte zu reduzieren. Dies erfordert jedoch verstärkte Anstrengungen in den meisten Mitgliedstaaten auf nationaler und regionaler Ebene. (Quelle: EU-Kommission)

Weitere Informationen

Fragen und Antworten zur Nitrat-Richtlinie

Bericht der Kommission über die Umsetzung der Nitrat-Richtlinie im Zeitraum 2016-2019 (auf Englisch)

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen zum Bericht über die Umsetzung der Nitrat-Richtlinie im Zeitraum 2016-2019 (auf Englisch)

Online-Tool zur Anzeige der Wasserqualität und Landwirtschaft in der EU

red

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