Wo Deutschlands Bäume verschwinden

Wo Deutschlands Bäume verschwinden
Grafik: zeit.de/Q: BMEL, LWFBayern

Wo Deutschlands Bäume verschwinden

zeit.de: Die Fichte wird es kaum noch geben, sogar der Kiefer wird das Klima zu trocken. An ihre Stelle treten andere Arten. Wie bei Ihnen künftig der Wald aussehen könnte.

Wer mit Bäumen arbeitet, hat gerade viel zu tun. Denn die Entscheidung, wie der Wald der Zukunft aussehen wird, muss jetzt getroffen und umgesetzt werden. Aber ob sich die Bäume, die man heute pflanzt, in Zukunft bewähren werden, weiß man erst Jahrzehnte später.

Forstwirtschaftlerinnen, Waldbesitzer und Ökologen sind auf der Suche nach der richtigen Mischung des Waldes. Um herauszufinden, welche Bäume in einem veränderten Klima eine Chance haben, arbeiten Forschende der TU München mit Modellierungen. Sie analysieren, wo welche Baumart in Deutschland die besten Klimabedingungen vorfindet, um dort zu wachsen, und berechnen eine Vorkommenswahrscheinlichkeit für verschiedene Klimaszenarien. Wir bezeichnen diese Wahrscheinlichkeit hier als „mögliches Vorkommen“.

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An einigen Orten ist es besonders wahrscheinlich, dass eine Baumart vorkommen wird, weil die Bedingungen besonders gut für sie sind. Das heißt nicht, dass nur noch dort diese Baumart vorkommen wird, denn wo welche Bäume stehen, hängt auch davon ab, wo sie der Mensch gepflanzt hat und wie er sie pflegt. Die Modellierungen geben die rein klimatischen Bedingungen für eine Art an.

Wo in Zukunft welche Baumart stehen könnte

Wie könnte der Wald vor Ihrer Haustür in den nächsten Jahrzehnten aussehen? Testen Sie ausgewählte Baumarten und finden Sie heraus, welche die besten Bedingungen in Ihrem Landkreis hat, wenn die Temperaturen in Deutschland steigen.

Bislang ist die Holzindustrie vor allem auf Nadelbäume ausgerichtet, denn die Stämme sind lang, die Ausbeute hoch, das Holz vielseitig verwendbar. Doch längst ist klar, dass es die häufigsten Nadelbäume, Fichte und Kiefer, künftig schwer haben werden.

Die endlosen Fichten-Monokulturen, die Forstbehörden und Privatwaldbesitzer nach dem Zweiten Weltkrieg gesetzt haben, sterben heute, weil die Böden trockener sind und die Sommer wärmer. Zwischen den dicht an dicht gesetzten Bäumen können sich Schädlinge wie der Borkenkäfer leicht ausbreiten. Die Kiefer hat zwar tiefere Wurzeln als die Fichte und kommt mit Trockenheit besser zurecht. Doch gerade auf den sandigen Böden Brandenburgs, wo viele Kiefernwälder stehen, wird es für sie zu trocken.

Mindestens ein Viertel der Gesamtfläche des deutschen Waldes ist einem hohen Risiko durch Trockenheit und Schädlinge ausgesetzt, schätzen Forschende des Thünen-Instituts für Waldökosysteme in Eberswalde (PDF). Andreas Bolte ist einer von ihnen: „Dazu kommt auch noch das Problem der Altersverteilung im Wald. Die Nadelbäume, die in der Nachkriegszeit gepflanzt wurden, sind nun alle etwa im gleichen Alter, reduzieren langsam ihr Wachstum und sind gleichzeitig anfällig für den Borkenkäfer.“

Die Klimakrise macht den deutschen Wald krank. So, wie ihn viele Menschen hierzulande kennen, wird es ihn nicht mehr geben. Aber es wird Wald geben. Denn Bäume können sich an andere Bedingungen anpassen, ihre Samen können an neuen Standorten keimen. Und der Mensch kann dabei helfen. Die Bäume, die nach Fichte und Kiefer kommen könnten, muss er klug wählen… weiterlesen

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