30 Prozent mehr Dürren als vor 20 Jahren

30 Prozent mehr Dürren als vor 20 Jahren

30 Prozent mehr Dürren als vor 20 Jahren

spektrum.de: Bisher treten Dürren vor allem auf dem afrikanischen Kontinent auf. Aber auch Europa wird zunehmend trockener. Bis 2050 könnte ein Großteil der Weltbevölkerung betroffen sein.

Dürreperioden sind seit Beginn des Jahrtausends deutlich häufiger und länger auf der ganzen Welt aufgetreten. Das geht aus dem aktuellen UN-Dürrebericht hervor, der auf der 15. Weltbodenkonferenz in der Hauptstadt der Elfenbeinküste Abidjan vorgestellt wurde. Demnach ist die Anzahl der Dürren seit dem Jahr 2000 um 29 Prozent gestiegen. Im Jahr 2050 könnten mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung von Dürren betroffen sein.

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Derzeit leben 3,6 Milliarden Menschen in Gebieten, in denen mindestens einen Monat im Jahr Wassermangel herrscht. Noch ist vor allem der afrikanische Kontinent betroffen: In den vergangenen 100 Jahren wurden dort mehr als 300 Dürreereignisse verzeichnet, heißt es in dem Bericht. Das seien 44 Prozent der Dürren weltweit. Doch auch in Europa wurden im vergangenen Jahrhundert immerhin 45 größere Dürren verzeichnet, die Millionen Menschen trafen und einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von 27,8 Milliarden Dollar verursachten. Inzwischen seien rund 15 Prozent der Landfläche und etwa 17 Prozent der Bevölkerung der EU von Dürre betroffen, so der UN-Bericht. Die jährlichen wirtschaftlichen Verluste in der EU und in Großbritannien beliefen sich auf neun Milliarden Euro jährlich.

Gerade im Nordosten Deutschlands klagen die Landwirte schon seit Jahren regelmäßig über Dürreprobleme. Im April etwa fielen dort teilweise nur 25 Liter Regen pro Quadratmeter und verstärkten das bereits bestehende Niederschlagsdefizit. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zeigt bereits jetzt in weiten Teilen Brandenburgs, aber auch in Regionen Niedersachsens außergewöhnliche oder extreme Trockenheit im Gesamtboden aus. »Jedes Jahr verliert die Welt eine Fläche mit fruchtbaren Böden vom Ausmaß Bulgariens«, sagt Jochen Flasbarth, Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Abidjan. »Das müssen wir stoppen. Ohne fruchtbare Böden gibt es auch keine Nahrungsmittel.«… weiterlesen

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