Regenwald erholt sich rascher von Rodungen

Regenwald erholt sich rascher von Rodungen
zeit.de: Gerodete Regenwaldflächen erholen sich schneller als bisher vermutet. Zu dieser Erkenntnis kommt ein Team der TU Darmstadt aufgrund eines Forschungsprojekts in Ecuador.
Ein internationales Forschungsteam hat positive neue Erkenntnisse für die Erholung gerodeter Regenwaldflächen gemacht. Nach der Einstellung landwirtschaftlicher Aktivität wachse die Vegetation wieder schneller als vermutet nach, schreibt eine Forschungsgruppe der Technischen Universität Darmstadt im Fachjournal Nature.
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Artenvielfalt erholte sich auf über 90 Prozent
Im Rahmen des Projekts beobachtete das Forschungsteam um Timo Metz und Nico Blüthgen verschiedene Flächen im Regenwald in der Region Chocó im Nordwesten von Ecuador. Die Flächen, die unter Naturschutz standen, unterschieden sich unter anderem hinsichtlich ihrer vorherigen Nutzung und der Dauer, seit sie nicht mehr der Landwirtschaft dienten. Einige von ihnen wurden seit mehreren Jahrzehnten durch die ecuadorianische Naturschutzorganisation Jocotoco geschützt und in ein großes Naturschutzgebiet integriert.
Innerhalb von 30 Jahren erhole sich die Artenvielfalt auf über 90 Prozent des ursprünglichen Niveaus, berechneten die Studienautoren. Zudem kämen drei Viertel der typischen Tier- und Pflanzenarten wieder. „Regenwälder als komplexes Ökosystem und artenreiche Gemeinschaft zeigen eine erstaunliche Resilienz und die Fähigkeit, wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukehren“, erklärte der Erstautor der Studie, Timo Metz. Allerdings sei die Rückkehr nur möglich gewesen, da in der Region noch unberührte Wälder vorhanden waren, aus denen sich Tier- und Pflanzenarten zurück ausbreiten konnten. Auch die Art der vorherigen Nutzung sei relevant: Kakaoplantagen erholten sich etwa schneller als Weiden.
Regenwälder weiterhin stark gefährdet
Tropische Regenwälder beheimaten einen Großteil weltweiter Tier- und Pflanzenarten und sind weiterhin stark bedroht. Der Klimawandel und die hohe Landnutzung gefährden die vorhandenen Ökosysteme beträchtlich. Das Forschungsteam beklagte stockende Schutzmaßnahmen und die voranschreitende Abholzung der Wälder. Demnach gehen jährlich vier bis sechs Millionen Hektar weltweit verloren.
„Die jährlichen Verluste sind damit fast so hoch wie die Fläche aller langfristig angelegten Renaturierungsmaßnahmen zusammen“, sagte Studienautor Blüthgen… weiterlesen


