Aufs falsche Pferd gesetzt

Aufs falsche Pferd gesetzt
Die Krisen der Welt bürden uns hohe Kosten auf – zurzeit für Kraftstoff und Energie, bald vermutlich für Lebensmittel. Das schockt und verärgert.
Für die Politik sind solche Situationen regelmäßig das Startsignal zum hektischen Pläneschmieden, wie „die Menchen im Land“ zu entlasten seien. Das Ergebnis dieses „Denkprozesses“ ist – leider! – vorhersagbar und – genauso unerfreulich – mit schöner Regelmäßigkeit dasselbe: Subventionen aus Steuermitteln (wer zahlt diese Summen am Ende?) sollen die Not lindern.
Das wird einmal mehr aber nur bedingt taugen.
Lesen Sie auch:
Der Geldsegen aus dem Staatssäckel vergrößert meist vor allem die Profite (nur eben leider der Falschen). Er wirft dabei jedoch zudem alle Ideen vom Umsteuern der Gesellschaft und Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz über Bord.
Am Ende verlieren alle: die Leute, die Umwelt und das Klima.
Problem lösen oder Grenze bis ans Ende ausreizen
Jüngstes Beispiel ist das Ergebnis der Beratung im Koalitionsausschuss der Bundesregierung. Statt wirksam den Verbrauch fossiler Energie zu kappen, verlängert eine Subvention für Benzin und Diesel die Abhängigkeit unserer Lebens- und Arbeitsweise vom aus dem Boden gezapften Rohstoff. Zugleich steigert diese Form von „Problemlösung“ die weitere Erderwärmung – die unsere Gesellschaft jedoch an ihre Grenzen des Ertragbaren treibt.
Umweltverbände monieren zurecht: Eine neue Mobilitätskultur mit langsamerem Autofahren (Stichwort: „Tempolimit“), einer Aufwertung des ÖPNV (Stichwort: Deutschlandticket) oder den richtigen technologisch-wirtschaftlichen Weichenstellungen (Stichwort: rasches Verbrenner-Aus) wären der sinnvollere Ausweg aus der aktuellen Krise. Wer ihn verschläft, wird am Ende doppelt belastet – finanziell und ökologisch.
Gerd Pfitzenmaier


