Cloud Brightening zum Schutz des Great Barrier Riffs

Cloud Brightening zum Schutz des Great Barrier Riffs
Foto: Robert-Linsdell / Flickr (CC BY 2.0)

Cloud Brightening zum Schutz des Great Barrier Riffs

Das „Great Barrier Reef“ vor der Nordküste Australiens, ist mit über 2900 einzelnen Riffs, die größte zusammenhängende Riffansammlung der Welt. Doch die zunehmende Ozeanerwärmung führt zu einer extremen Bleichung der sonst so farbenfreudigen Korallen. Australische Meereswissenschaftler testen derzeit eine Technik, von der sie hoffen, dass sie dem Great Barrier Reef eine Pause verschaffen kann. Sie wollen die marinen Stratocumuluswolken aufhellen, damit mehr Sonnenlicht ins Weltall zurückstrahlen kann und die Meerestemperatur darunter sinkt.

Das Australian Institute of Marine Science schätzt, dass nach den aktuellen Trends 50% der heutigen Überreste des Great Barrier Riffs bis 2021 verloren gehen werden. Daher hat die australische Regierung ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm in Höhe von 150 Mio. USD veröffentlicht, um die Widerstandsfähigkeit des Riffs gegenüber künftiger Erwärmung zu stärken. Ken Anthony, leitender Wissenschaftler am Australian Institute of Marine Science, sagte dazu: „Es ist ein bisschen wie bei der Apollo 11-Mission. Es ist wirklich in dieser Größenordnung. Wir müssen in 10 Jahren in der Lage sein, den Australiern in die Augen zu schauen und zu sagen, dass wir in der Zeit, die wir hatten, unser Bestes gegeben haben.“

Grafik: NOAA

Im Rahmen des Plans werden 43 Konzepte unterstützt, von der futuristischen Wolkenaufhellung bis zur Verwendung von Betonblöcken zur Stabilisierung beschädigter Riffe. Die Idee, dass Salzkristalle vorhandene Wolken auf niedriger Ebene erreichen und aufgrund ihrer geringen Größe die Bildung kleinerer Wolkentröpfchen fördern, um mehr Sonnenlicht zu reflektieren, ist nicht neu und gehört zu dem kontrovers diskutierten Bereich des Geoengineering. Unter diesem Sammelbegriff werden Eingriffe mit technischen Mitteln in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe der Erde bezeichnet, zum Beispiel das Abremsen der Erderwärmung.

Dr. Daniel Harrison von der Southern Cross University startete die Mission Wolkenaufhellung Anfang März mit einer modifizierten Turbine mit 100 Hochdruckdüsen, montiert auf der hinteren Plattform eines Lastkahns. Auf dieses Weise wurden Billionen von nanoskaligen Ozeansalzkristallen in die Luft gesprühen. Die Forscher hoffen, dass sich die winzigen Salzkristalle mit Wolken in geringer Höhe vermischen, sie heller machen und mehr Sonnenlicht von der Meeresoberfläche weg reflektieren.

%copy; Brendan Kelaher/Southern Cross University

Harrison, der die Kühl- und Beschattungsbemühungen im Rahmen des Regierungsprogramms leitet, sagt: „Es ist eine Kombination aus Licht und Temperatur, die dazu führt, dass Korallen bleichen. Wir verfolgen die wirklich groß Dinge, aber auch kleine Maßnahmen, die die Ergebnisse auf lokaler Ebene an hochwertigen Riffstandorten unterstützen könnten.“

Wenn der Versuch erfolgreich ausgeweitet werden kann, könnte dem Riff Zeit für eine Pause gekauft werden, aber keine technologische Lösung wird auf Dauer funktionieren, wenn die globale Erwärmung nicht reduziert oder, besser noch, gestoppt wird.

hjo

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