Damit kein Plastik die Umwelt verschmutzt

Damit kein Plastik die Umwelt verschmutzt
Foto: LUSH

Damit kein Plastik die Umwelt verschmutzt

Die Welt ein Stückchen besser verlassen, wollen viele Kundinnen und Kunden, die Kosmetik- und Pflegeprodukte bei Lush einkaufen. Helfen soll dabei das Bring it Back des britischen Unternehmens. Damit sammelt es in den Stores gebrauchte Verpackungen wieder ein, um sie gezielt zu recyceln. Das erspart der Umwelt Plastikmüll. Ruth Andrade, Chefin der Umweltschutz und Strategieabteilung bei Lush erklärt im Gespräch mit globalmagazin die Hintergründe der Aktion, die Kundinnen und Kunden zu Umweltschützerinnen und Umweltschützern erzieht.

Wie hoch ist die Recyclingquote bei Lush-Behältnissen – und reicht das schon aus?
Ruth Andrade Foto: Lush Spring-Prize

Ruth Andrade: Wir haben das neue Bring It Back-Recyclingprogramm, das nicht nur unsere schwarzen Pötte, sondern alle Kunststoffverpackungen von Lush umfasst, erst vor vier Monaten in Deutschland eingeführt. Um ein vollständiges Bild des Impacts zu bekommen, benötigen wir die Daten eines kompletten Jahres, damit auch die durchschnittlich viel höheren Weihnachtsverkäufe berücksichtigt werden können.

Aber wie sieht es vorab schon aus?

Betrachten wir die letzten vier Monate, sehen wir eine Rückgabequote von etwa 21 Prozent. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass ein Teil dieser Rückgaben auf die viel höheren Verkäufe zu Weihnachten zurückzuführen sind – mehr Verkäufe bedeuten, dass auch mehr Verpackungen im Umlauf sind, die potentiell zurückgebracht werden können.

Mit welchem Ziel rechnen Sie denn?

Unser kurzfristiges Ziel ist eine Rücklaufquote von 30 Prozent, langfristig zielen wir auf 50 Prozent ab – da ist aktuell also noch Luft nach oben. Unsere Vision ist es, dass alle Lush Verpackungen zurückgebracht werden. Erstens, weil vieles, was in den gelben Sack kommt, verbrannt statt recycelt wird, und zweitens, weil das Material für uns sehr wertvoll ist.

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Hat die Bring Back-Kampagne eine Steigerung der Quote erzielt?

In den letzten zehn Jahren des Programms hatten wir eine Rücklaufquote die zwischen 12 und 14,5 Prozent lag. Um diese zu steigern, war es also an der Zeit, eine neue Strategie auszuprobieren. Wir freuen uns sehr über den bisherigen Anstieg von mehr als 5 Prozent – es kommt bei den Kundinnen und Kunden also gut an. Um ein genaueres Bild zu bekommen, benötigen wir jedoch Daten von einem ganzen Jahr.

Was wird aus den Recyclaten produziert? Handelt es sich um echte Kreislaufwirtschaft oder um Downcycling?

Seit Beginn dieses Programms im Jahr 2009 war es unser Ziel, dafür zu sorgen, dass die Materialien weiterhin als Verpackungsmaterial zirkulieren können – unsere Priorität ist ein geschlossener Recyclingkreislauf…

Was meinen Sie damit genau?

Das heißt, die zurückgebrachten Verpackungen, werden für die Herstellung neuer Verpackungen verwendet. Bei den klaren und schwarzen Behältern funktioniert das bereits. Bei den Flaschen sind wir dabei, die erforderlichen Mindestmengen für die Verarbeitung des Kunststoffs zu neuen Verpackungen aufzubauen. Um dies zu gewährleisten, arbeiten wir mit einem Kunststoffverarbeiter und Verpackungshersteller in der Nähe unserer Manufaktur in Kroatien zusammen.

Wie stehen Sie zum Thema Peelingprodukte mit Mikroplastik?

Lush hat noch nie Mikroplastikperlen für Peelings verwendet. Einige unserer beliebtesten Produkte sind Gesichtspeelings, die pflanzliche Materialien wie gemahlene Aduki-Bohnen, Mandeln, Bambus oder Salz verwenden, um den Peeling-Effekt zu erzielen. Wir sind zudem der Meinung, dass dieses Problem am wirksamsten durch Gesetze gelöst werden kann, die viele Länder wie beispielsweise Kanada, die USA, Schweden, Frankreich, Großbritannien bereits eingeführt haben.

Welchen Einfluss kann Lush auf die Flut von Plastikmüll haben, insbesondere in Ländern des Südens?

Im Vereinigten Königreich haben wir ein eigenes Recyclingzentrum, das sicherstellt, dass nichts exportiert wird. In Ländern wie Deutschland geht der Großteil des Kunststoffs aus unseren Filialen (also die zurückgebrachten Verpackungen des Bring It Back-Programms) und der Kunststoff aus unserer Produktion an unsere Verarbeitungspartner. Diese stellen ebenfalls sicher, dass der Kunststoff nicht exportiert wird.

Und das reicht?

Hinzu kommt, dass wir Produkte wie feste Shampoos und Conditioner erfunden haben, die überhaupt keine Verpackung benötigen. Wir haben dadurch eine ganze Branche beeinflusst. Wir führen außerdem keine Produkte im Sortiment, die in kleinen Sachets verkauft werden – selbst unsere Produktmuster kommen in Verpackungen, die in unsere Shops zurückgebracht und entsprechend auch recycelt werden können (auch wenn diese Pröbchen-Pötte vom Bring It Back-Benefit ausgeschlossen sind).

pit

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