Das bedeuten CO₂-Steuer auf Luxusausgaben

Das bedeuten CO₂-Steuer auf Luxusausgaben
Foto: Kalhh/Pixabay CC/PublicDomain

Das bedeuten CO₂-Steuer auf Luxusausgaben

rnd.de: Im Kampf gegen die Klimakrise könnten CO₂-Steuern die Lösung sein. Laut einer aktuellen Studie wären diese gerechter, wenn Luxusausgaben stärker besteuert werden als Basiskonsum. So die Theorie. Aber ist das politisch gewollt?

Ein differenziertes System der CO₂-Besteuerung mit höheren Abgaben auf Emissionen durch Luxuskonsum würde britischen Forschenden zufolge für mehr Gerechtigkeit zwischen Arm und Reich innerhalb eines Landes sorgen. Im Fachblatt „One Earth“ stellen sie ein Modell vor, in dem auf Ausgaben etwa für Essen, Reisen, Wohnen und Freizeitaktivitäten eine CO₂-Steuer anfällt.

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Die Forschenden um Yannick Oswald von der englischen University of Leeds unterscheiden dabei zwischen Basiskonsum und Luxuskonsum. „Einige Emissionen entstehen im Zuge eines angemessenen Lebensstandards.“ Dazu gehören den Forschenden zufolge Bereiche wie Wohnen, Essen und der Zugang zu Gesundheitsversorgung. „Andere Emissionen entstehen beim Streben nach Luxus.“ Dazu zählen sie Langstrecken-Urlaubsflüge und Sommerausfahrten in PS-starken Cabrios.

Reiche erzeugen mehr CO₂-Emissionen als arme Menschen

Zwar trage jede ausgestoßene Tonne CO₂ gleich zur Klimaerwärmung bei, doch manche Emissionen seien einfacher zu vermeiden als andere. „Es ist aus sozialen und Gerechtigkeitsgründen sowie mit Blick auf die Klimaschutzziele richtig, verstärkt Emissionen zu senken, die durch noch zu definierenden Luxuskonsum entstehen“, sagt Andreas Burger vom Umweltbundesamt (Uba), der nicht an der Studie beteiligt war. Reiche Menschen erzeugten durch ihren Lebensstil oft deutlich mehr CO₂-Emissionen und wälzten die dadurch entstehenden Umweltkosten zum Teil auch auf die Gesellschaft ab, sagte Burger. Er bezweifelt allerdings, ob das nun vorgestellte Instrument der beste und aussichtsreichste Weg ist.

CO₂-Steuern sind ein politisches Werkzeug, um klimaschädliche Anschaffungen und Aktivitäten teurer zu machen und dadurch Emissionen zu senken und Geld für Klimaschutzmaßnahmen einzunehmen. Solche Steuern gibt es beispielsweise in Mexiko, Kanada, Frankreich und Großbritannien. In Deutschland gibt es die Energiesteuer und eine CO₂-Bepreisung über den Emissionshandel, aber keine CO₂-Steuer.

Dem Team um Oswald zufolge werden in Ländern, in denen es eine CO₂-Steuer gibt, alle Emissionen gleich belastet – oder der Preis gilt nur für Emissionen aus bestimmten Bereichen, beispielsweise Wärme und Treibstoff. Aus Sicht der Forschenden wäre es aber gerechter, in die Berechnung des CO₂-Preises auch die Art der Ausgabe einfließen zu lassen und damit reiche Haushalte stärker zu belasten.

Der CO₂-Ausstoß pro Kopf variiert stark zwischen armen und reichen Ländern. Aber auch innerhalb Deutschlands sind die Unterschiede immens, und dabei muss man noch nicht einmal arme Menschen mit Milliardären vergleichen. So weist das Umweltbundesamt in einem 2020 veröffentlichten Bericht darauf hin, dass in Haushalten mit weniger als 1.000 Euro Nettoeinkünften im Monat im Durchschnitt rund sechs Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr verursacht werden. Bei ansonsten gleichbleibenden Eigenschaften sind es für einen Haushalt mit Nettoeinkünften von über 4000 Euro dagegen circa 13 Tonnen – also mehr als doppelt so viel.

CO₂-Steuern an Luxus koppeln – laut Forschenden gerechter

In seine Berechnungen bezog das Team um Oswald Daten aus 88 Ländern ein, darunter sowohl ärmere als auch reichere. Es bildete 14 Konsumkategorien und versah sie – je nach Land – mit einem spezifischen CO₂-Preis. Im Beispiel USA würden etwa auf den Autokauf und auf Flugreisen mehr als 200 US-Dollar pro erzeugter Tonne CO₂ anfallen, auf Heizung und Strom weniger als 100 Dollar. Dieses differenzierte System verglichen die Forscher mit einem System eines einheitlichen CO₂-Preises, den sie in den USA mit 150 US-Dollar pro Tonne ansetzten… weiterlesen

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