DAX verpasst Chance einer Nachhaltigkeits-Wende

DAX verpasst Chance einer Nachhaltigkeits-Wende
Börse in Frankfurt am Main Screenshot: capital.de

DAX verpasst Chance einer Nachhaltigkeits-Wende

Chance vertan: Der Deutsche Börsenindex DAX bläht sich zwar von 30 auf 40 Werte auf, in Richtung größerer Nachhaltigkeit aber bewegt sich das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft keinen einzigen Schritt. Selbst die Beobachter aus der klassischen Ökonomen-Ecke sehen darin ein Manko: Den „großen Wurf für einen nachhaltigen Leitindex hat der Indexanbieter verpasst“, moniert das Wirtschafts-Fachblatt Capital.

Das ist einfach nur schade.

DAX missachtet den aktuellen Mega-Tend zu nachhaltigen Investments

Es ist zwar richtig, dass der DAX einiges gerade rückt, was – wie beim einstigen Superstar im Börsenbarometer in Schieflage geraten war, weil Wirecard über Jahre hin Anleger und Aufseher an der Nase herum geführt und dem Marktplatz einen Milliardenschaden beschert hatte.

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Auch dass der Leitindex sich mit Unternehmen schmückt, die zeitlebens noch keinen Cent verdient, aber viele Millionen ihrer Investoren verbraten haben, soll künftig nicht mehr vorkommen.

Dass die Deutsche Börse AG als Eigner des Index aber den aktuellen Megatrend schlicht ignoriert und das Bestreben immer größerer Anlegerschichten nach ethischen Investments ausblendet sowie eine mögliche Steuerung der Wirtschaft mittels nachhaltiger Anlagen so gänzlich außer Acht lässt, enttäuscht sehr. Es zeugt von Ignoranz.

Börsen-Barometer setzt weiter auf falsche Vorgaben statt Nachhaltigkeit

Oder vielleicht besser: Das passt ins selbstgefällige Bild, das viele Akteure der auf stetes Wachstum und rasche Profite starrenden Globalwirtschaft von sich so gerne zeichnen. Sie handeln noch immer ohne Rücksicht auf die Welt um sie herum. Ihnen sind die Folgekosten ihres Tun und Treibens – Klima- und Umweltschäden, Artenverlust oder die Missachtung von Menschenrechten – einfach nur egal. Hauptsache die Kasse klingelt.

Dabei pfeifen es die Spatzen von den Dächern. Ein Weiter-so kann und soll es nicht mehr geben. Wer die Führung beansprucht – und das ist erklärtes Ziel vieler Akteure im Finanz- und Ökonomie-Sektor -, muss auch Verantwortung übernehmen. Denn die Vergesellschaftung der Folgekosten ist sozial nicht gerecht und gesellschaftlich nicht (mehr) erwünscht. Hier hätten klare Regeln im neuen Börsenindex wegweisende Signale setzen können.

Hätten. Leider blieb es – mal wieder – beim Konjunktiv, denn Wirtschaft orientiert sich ja lieber an Fakten, denn an Möglichkeiten. Schade.

Gerd Pfitzenmaier

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