DUH sucht Nature Guides im Ostseeraum

DUH sucht Nature Guides im Ostseeraum
Foto: DUH/Nature Guide Network

DUH sucht Nature Guides im Ostseeraum

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verein Transnationales Netzwerk Odermündung suchen aktive Naturführer und an diesem Beruf interessierte Personen. Ausgebildete Natur- und Landschaftsführer in Ostseeregion Deutschlands, Polens und Litauens können sich und ihre Angebote auf der Plattform Nature Guide Network kostenfrei darstellen.

Immer mehr Menschen wollen Freizeit oder Urlaub so ein wenig abenteuerlicher gestalten. Zertrampelte Wiesen und aufgeschreckte Tiere sind jedoch oftmals die Folge. Wenn Touristinnen und Touristen aber mit ortskundigen Nature Guides auf Erkundung gehen, werden authentische Erlebnisse in der Natur ermöglicht und gleichzeitig ihr Schutz gewährleistet.

Da bisher nur wenige Touren durch qualifizierte Naturführer und Naturführerinnen angeboten werden, starten die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verein Transnationales Netzwerk Odermündung (HOP) gemeinsam mit vier Partnern aus Polen und Litauen die Online-Plattform „Nature Guide Network“. Sie bringt Touristen und Einheimische mit ausgebildeten Nature Guides zum naturnahen Erkunden im Hinterland der südlichen Ostseeregion zusammen.

Erste Touren zu verborgenen Naturschätzen wie alten Buchen- und Kiefernwäldern, großen Sümpfen und bunten Wiesen, strukturreichen Flussmündungen und seltenen Salzwiesen können bereits jetzt gebucht werden.

Plattform hilft Naturführern und Touristen

Die Online-Plattform unterstützt bereits aktive Naturführer und Naturführerinnen und solche, die es werden wollen, in der südlichen Ostseeregion bei der Vermarktung ihrer Angebote und leistet damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung in einkommensschwachen Regionen.

„Mit ansprechender Kommunikation und vernetzten Akteuren wollen wir über einen behutsamen Naturtourismus zu lokaler Wertschöpfung und Einkommensmöglichkeiten beitragen. Als Mittler zwischen Natur und Mensch sind die Nature Guides wichtige Akteure für eine nachhaltige Regionalentwicklung, die wir zusammen mit unseren polnischen Kollegen und Kolleginnen für das gesamte Oder Delta anstreben“, sagt Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz der DUH und Teamleiter von Rewilding Oder Delta auf deutscher Seite.

Besonders die Flussmündungen der Oder im deutsch-polnischen und des Nemunas (Memel) im russisch-litauischen Grenzgebiet sind teilweise von atemberaubender Schönheit und Ursprünglichkeit. Diese Gebiete stehen größtenteils unter Schutz, bieten Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten und viel Potenzial für geführte Naturtouren.

In 70 Stunden: Ausbildung zum Naturführer oder zur Naturführerin

Anders als in Polen und Litauen, wo es bisher keine solide Ausbildung zu Gästeführerinnen und Gästeführern in der Natur gibt und die Anzahl qualifizierter Anbieter und Anbieterinnen sehr klein ist, verfügt Deutschland über eine etablierte Ausbildung über die staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur und Umweltschutz (BANU).

Naturführer DUH
Foto: DUH/Nature Guide Network

„Die Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer in Mecklenburg-Vorpommern ist mit 70 Stunden solide angelegt und thematisch breit gefächert. Einzelne Landschaftsführerinnen und Landschaftsführer bieten bereits jetzt schon erfolgreich Naturführungen an, aber die Nachfrage nach anspruchsvollen Touren kann bei Weitem noch nicht bedient werden“, sagt Martin Schröter vom HOP. „Die DUH und der HOP arbeiten mit Unterstützung des Vereins Rewilding Oder Delta daran, das bestehende Angebot um Weiterbildungen zu professionellen Naturführerinnen und Naturführer zu ergänzen, damit weitere Nature Guides aus dem Ehrenamt heraustreten und ihre Leistungen anbieten und als Erwerbsquelle nutzen können“, so Martin Schröter weiter.

Ein weiterer Baustein des internationalen Projektes liegt im Einsatz für bessere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Selbständigkeit als Nature Guide. „Die neue Webseite und die vermehrte Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit der DUH und des HOP sollen die Sichtbarkeit der Nature Guide Angebote verbessern und die Kooperation zwischen den Guides, aber auch mit entsprechenden Partnern im Tourismus und Naturschutz ausbauen und stärken“, sagt Judith Kühn, Projektmanagerin bei der DUH.

red

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