Eine halbe Tonne Honig Glyphosat verseucht

Eine halbe Tonne Honig Glyphosat verseucht
Foto: Pixabay CC0

Gericht entscheidet über Glyphosat: Eine halbe Tonne Honig verseucht

taz: Wer ist dafür verantwortlich, dass sich im Honig keine Pflanzenschutzmittel finden? Muss der Imker seine Stände weit entfernt von der Landwirtschaft aufstellen? Oder müssen Landwirte Rücksicht auf Imker nehmen? Das muss in einem Pilotprozess nun das Landgericht Frankfurt (Oder) klären. Der Brandenburger Imker Sebastian Seusing stellte 2018 mit Billigung des Försters rund 90 Bienenstände für 29 Bienenvölker an einen Waldrand im Landkreis Barnim auf.

Im April 2019 bemerkte Seusing, dass der blühende Löwenzahn, der auf einem benachbarten Feld wuchs, offensichtlich mit Pflanzenschutzmitteln besprüht worden war und einging. Seusing ließ vorsichtshalber den Honig testen, mit dem Ergebnis, dass der Grenzwert für den Wirkstoff Glyphosat um das 150-fache überschritten war. Der Imker musste deshalb 550 Kilogramm verunreinigten Honig vernichten und hatte dadurch Einnahmeausfall und Aufwand von etwa rund 14.500 Euro.

Das Gericht diskutierte nach Darstellung des Anwalts vor allem einen Schadenersatz-Anspruch wegen Verletzung des Eigentumsrechts des Imkers und ob den Imker ein Mitverschulden trifft, weil er die Agrarfirma nicht über den Standort seiner Bienenvölker informierte. Das Landgericht Frankfurt (Oder) will Mitte September entscheiden. Weiterlesen…

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