In Afrika wächst die „grüne Mauer“

In Afrika wächst die „grüne Mauer“
Screenshot: faz.net

In Afrika wächst die „grüne Mauer“

faz.net: Der Traum von der großen grünen Mauer – in Westafrika gedeihen am Südrand der Sahara mehr Bäume als erwartet. Tatsächlich wird die Sahelzone grüner. Die Frage ist, ob das den Menschen auch dauerhaft etwas nutzt.

Manchmal sieht man vor lauter Wüste die Bäume nicht. Mit diesem Satz lassen sich in etwa die Forschungsergebnisse zusammenfassen, die der Geograph Martin Brandt von der Universität Kopenhagen und seine Kollegen in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht haben. Anhand von hochauflösenden Satellitenbildern zählten sie zum ersten Mal freistehende Bäume außerhalb bewaldeter Regionen in Westafrika. Auf 1,3 Millionen Quadratkilometern im Süden Mauretaniens sowie Teilen der sich südlich anschließenden Staaten Senegal, Gambia und Mali – einem Gebiet, das Abschnitte der Sahara, der Sahelzone und der subfeuchten Areale des südlichen Westafrikas umspannt – erfassten Brandt und seine Mitautoren mehr als 1,8 Milliarden Bäume. Dieses Ergebnis ist einigermaßen unerwartet. Vor allem in der Wüste stehen davon mehr als bislang gedacht. Bedeutet das, um die fragilen Landschaften am Südrand der Sahara ist es besser bestellt als erwartet?

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Spätestens seit den Dürreperioden in den 1970er und 1980er Jahren wird die Vegetation der Sahelzone genau beobachtet. 2018 stellten amerikanische Forscher fest, dass die Sahara sich seit 1920 um rund zehn Prozent ausgedehnt hat. Das nährte die Befürchtung, die weitere Ausbreitung der Wüste und der Verlust fruchtbarer Böden könnten Millionen von Menschen in der Sahelzone ihrer Lebensgrundlage berauben.

So spielen Holzressourcen für die ländliche Bevölkerung im Sahel eine wichtige Rolle, vor allem Feuerholz zum Kochen. „In der Sahelzone kochen achtzig bis neunzig Prozent der Menschen mit Holz“, sagt Hannelore Kußerow, Biogeographin an der Freien Universität Berlin. Die Holzressourcen zu managen ist umso wichtiger, als manche Staaten der Sahelzone einige der höchsten Geburtenraten der Welt verzeichnen. Bislang blieben einzeln stehende Bäume jedoch unter dem Radar der Forscher, weil herkömmliche Satellitenbilder nur Gruppen von Bäumen erfassen.

Die neue Studie liefert erstmals eine detaillierte Kartierung einzelner Bäume…. weiterlesen

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