Gefahr: Erreger auch durch Tiere in der Landwirtschaft

Gefahr: Erreger auch durch Tiere in der Landwirtschaft
Foto: Borko Manigoda/PixabayCC/PublicDomain

Gefahr: Erreger durch Tiere in der Landwirtschaft

Auch Viehzucht kann eine lebensgefährliche Infektionsquelle sein: Wissenschaftler der britischen Universitäten in Bath und in Sheffield zeigen jetzt in aktuellen Studien, wie und warum Bakterien den Weg vom Tier in den Körper von Menschen finden und diese krank machen.

Im Fachblatt Proceedings of National Academy of Science publizieren die Forscher um den Bioinformatiker Sam Sheppard vom Milner Centre for Evolution ihre Studie. Darin rechnen sie vor, dass Tiere, die Menschen in Ställen oder auf Weiden halten mittlerweile mehr Mist hinterlassen als Wildtiere auf dem Planeten. Der Dung aber enthält auch Erreger. Die vergrößern die Gefahr von Zoonosen, den Übergang einer Krankheit über Artgrenzen hinweg.

Corona ist auch „Weckruf“ für die moderne Landwirtschaft

Als Beispiele führen die Wissenschaftler das HIV-Virus an: Das übertrugen wahrscheinlich Affen auf Menschen, sie verweisen auf die Vogelgrippe oder aktuell auf Corona, bei dem vermutlich Fledermäuse die Ausgangswirte des Virus waren.

Hauptursache für die Gefahr sei die heute betriebene moderne Agrarindustrie. Die nahezu explosionsartige Vervielfältigung des Viehbestands im 20. Jahrhundert, so die Wissenschaftler, habe dazu geführt dass heute 60 Prozent der Biomasse aller Säugetiere auf der Erde in Ställen und auf Weiden von Bauern stehen. Kombiniert mit den Fütter- sowie Verinär-Methoden und genetischen Mutationen in natürlicherweise vorhandenen Viren und Bakterien, führe dies zu einem immer wahrscheinlicheren Überschreiten der Grenzen vom Tier zum Menschen. Die Folge: Tiererreger lassen häufiger Menschen krank werden.

Nutztiere sind künftig häufiger Überträger von Krankheiten auf Menschen

Die Wissenschaftler sprechen daher davon, die Studie sei „ein Weckruf“ für die Menschheit, der ebenso zum Überdenken moderner Landwirtschaftsmethoden wie zum Umdenken in der Habitats-Zerstörung wilder Tierarten führen müsse.

Dave Kelly vom Department of Molecular Biology and Biotechnology der University of Sheffield ist sich sicher: „Erreger, die Menschen erkranken lassen, werden künftig noch viel häufiger durch unsere Nutztiere übertragen.“

pit

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