Google setzt auf virtuelles Kraftwerk

Google setzt auf virtuelles Kraftwerk
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Google setzt auf virtuelles Kraftwerk

t3n.de: Durch ein virtuelles Kraftwerk erhofft sich Google mehr Flexibilität für das Stromnetz und mehr Kapazitäten für seine Rechenzentren. Doch ob diese Rechnung aufgeht, hängt an den privaten Haushalten.

Würdest du eine Prämie annehmen, wenn du im Gegenzug dafür deinen Stromverbrauch reduzierst? Und wie sähe es aus, wenn du wüsstest, dass dein eingesparter Strom an ein Rechenzentrum gehen würde? Würdest du die Prämie immer noch bereitwillig annehmen?

Google hat gerade eine neue Vereinbarung unterzeichnet, um ein virtuelles Kraftwerk (VPP) im größten Stromnetz der USA mitzufinanzieren. Die Bezahlung geht an Voltus. Das ist eine Plattform für virtuelle Kraftwerke und dezentrale Energiequellen. Voltus wird das virtuelle Kraftwerk einrichten und dabei Geräte wie Elektrofahrzeuge und intelligente Thermostate zusammenfassen.

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Die Vergütung soll den Kund:innen den Anschluss an das virtuelle Kraftwerk schmackhaft machen. Voltus wird dann den Stromanteil der Kund:innen drosseln oder die gespeicherte Energie nutzen, wenn das Netz stark belastet ist. Google übernimmt die Kosten für die Einrichtung des VPP. Und die durch das Projekt generierte zusätzliche Kapazität soll dazu beitragen, seine Rechenzentren in der Region mit Strom zu versorgen.

Die Kooperation ist gerade besonders deutlich, wie ein Technologiegigant ein VPP nutzt, um den Energiebedarf von Rechenzentren zu decken. Es gibt jedoch noch einige offene Fragen darüber, wie weit ein solches Programm gehen kann und wo seine Grenzen liegen.

Wie unser Stromnetz aufgestellt ist – und wo sich Rechenzentren einreihen sollten

Letztes Jahr schien es, als würde jeder über die Flexibilität von Rechenzentren sprechen. Eine Studie der Duke University ergab, dass, wenn Rechenzentren sich bereit erklären würden, ihren Energiebedarf für etwa 40 Stunden pro Jahr zu senken, eine ganze Reihe von ihnen (im Umfang von etwa 100 Gigawatt) ans Netz gehen könnten. Neue Kraftwerke oder Übertragungsanlagen wären dafür nicht notwendig.

Der Grund dafür ist, dass unser Stromnetz nicht für unseren durchschnittlichen Energieverbrauch ausgelegt ist, sondern für die Lastspitzen: den brutalen heißen Juliabend, an dem alle Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, die Menschen fernsehen und Popcorn in der Mikrowelle zubereiten. Wenn ein Rechenzentrum bereit ist, in diesen Spitzenzeiten nicht so viel Strom zu beziehen, kann das Netz es den Rest des Jahres problemlos versorgen.

Eine offene Frage betrifft hier die Anreize: Wie könnte man Rechenzentren dazu bewegen, dem zuzustimmen? Schließlich haben sie möglicherweise keine sehr flexible Last, insbesondere jetzt, da der Einsatz von KI weiterverbreitet ist. Das Trainieren eines Modells lässt sich zwar leicht verzögern oder verschieben, aber die Kundennachfrage ist natürlich unmittelbarer. Der Verzicht auf Rechenkapazität könnte einen Umsatzverlust bedeuten.

Rechenzentrum zum Stromsparen animieren

Regulierung könnte hier greifen. Ein Vorschlag in den USA würde es neuen Rechenzentren ermöglichen, Jahre früher ans Netz zu gehen, wenn sie sich bereit erklären, den Verbrauch zu senken, wenn das Netz an seine Grenzen stößt. Und ein neues Gesetz in Texas verpflichtet Großverbraucher, in Notfallsituationen auf Notstrom umzuschalten oder ihren Verbrauch zu drosseln. Ein weiterer Ansatz besteht darin, dass Rechenzentrumsbetreiber dafür bezahlen, dass andere flexibel sind.

Voltus kündigte im September ein neues Programm an, das es Rechenzentren ermöglicht, Flexibilität in ihrem lokalen Stromnetz zu finanzieren. Das Unternehmen nennt es „Bring your own capacity“ (BYOC). Google ist nun der erste namentlich genannte Kunde, der dieses Programm nutzt… weiterlesen

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