Greenwashing bei Winter-Olympiade
Greenwashing bei Winter-Olympiade
telepolis.de: Eni und andere Ölriesen sponsern die Winterspiele – doch ihre Emissionen schmelzen genau den Schnee, auf dem Athleten um Medaillen kämpfen.
Die Olympischen Winterspiele in Italien gehen zu Ende. In Ski- und Snowboard-Wettkämpfen wurden Medaillen abgeräumt und Stürze überlebt. Doch bereits bevor es losging, geriet das Spektakel in die Kritik: Während für Olympia die Millionen fließen, werde an Fussballvereinen für Kinder und an Schwimmbäder gespart, kritisiert die Teilnehmerin einer Demo in Mailand. Die Spiele seien weder ökologisch, noch sozial oder gar wirtschaftlich zu verantworten, klagt ein weiterer Demonstrant.
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So wurde in Cortina d’Ampezzo eine hochmoderne Bobbahn für rund 130 Millionen Euro gebaut, obwohl in der Bewerbung versprochen wurde, die alte zu renovieren. Eine Gondelbahn, eigens für den Transport der Besucher errichtet, konnte nicht rechtzeitig fertiggestellt werden.
Das olympische Dorf, das für 39 Millionen Euro bei Cortina sollte 1.400 Athleten beherbergen. Doch es liegt direkt neben einem Naturpark, während von oben Steinschläge drohen, kritisieren Umweltschützer. Nach der Veranstaltung soll das Dorf wieder abgebaut werden. Möglicherweise wird es in einen Hubschrauberplatz umgewandelt.
Ein weiterer Nachteil fürs Klima ist, dass zwischen den verschiedenen Wettkampfstätten in Italien teilweise fünf Autostunden liegen. Obwohl sich die Veranstalter Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben – ein klimafreundliches Konzept sieht anders aus.
Fossile Konzerne zerstören Grundlagen sportlicher Erfolge
Maßgeblich verantwortlich für die Klimakrise ist die fossile Industrie. Doch ausgerechnet Öl- und Gaskonzerne polieren ihr Image durch Sportsponsoring auf und lassen ihre Logos glänzen. Fossile Giganten versuchen sich mit Millionenbeträgen eine weiße Weste zu kaufen und nutzen dabei das positive Image des Sports, um von der Zerstörung durch fossile Energien abzulenken, kritisiert Greenpeace.
Einer der Hauptsponsoren der Olympischen Winterspiele ist der italienische Mineralöl- und Energiekonzern Eni. Der Konzern nutzt das olympische Feuer als Werbefläche, sonnt sich im Erfolg von Sportler. Dabei würde das Gletschereis, das aufgrund allein der für 2024 gemeldeten Treibhausgasemissionen verloren geht, fast 2,5 Millionen olympische Schwimmbecken füllen, wie die Umweltorganisation Greenpeace vorrechnet.
Emissionen der Öl- und Gaskonzerne kosten Hunderttausende Menschenleben
Eine von Greenpeace Niederlande in 2023 veröffentlichte Studie bringt Eni mit 27.000 temperaturbedingten zusätzlichen Todesfällen bis zum Ende des Jahrhunderts in Verbindung.
Demnach gehen Treibhausgasemissionen auf neun große europäischen Öl- und Gasunternehmen zurück: Shell, TotalEnergies, BP, Equinor, Eni, Repsol, OMV, Orlen und Wintershall Dea.
Die genannten Unternehmen könnten allein mit ihren Emissionen von 2,7 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im Jahr 2022 bis zum Ende des Jahrhunderts insgesamt schätzungsweise 360.000 temperaturbedingte vorzeitige Todesfälle verursachen, schreiben die Autoren.
Kein Öl- und Gas-Sponsoring der Olympischen Winterspiele!
Das Sponsoring durch fossile Konzerne nützt einzig und allein der Öl- und Gasindustrie. Sie lenke damit von der durch sie verursachten Umwelt- und Klimazerstörung ab. Das IOC dürfe nicht länger zulassen, dass sich Öl- und Gas-Konzerne ihre Weste reinwaschen und gleichzeitig die Zukunft des Wintersports bedrohen, argumentiert Greenpeace…. weiterlesen


