Hiroshima und Nagasaki mahnen: Deutschland muss nuklear abrüsten

Hiroshima und Nagasaki mahnen: Deutschland muss nuklear abrüsten
Atombombenabwurf mit einer Boeing B-29 Superfortress auf Nagasaki am 9. August 1945. Der Atompilz stieg 18 km hoch Foto: Charles Levy / Wikimedia / Gemeinfrei PD-cropped

Hiroshima und Nagasaki mahnen: Deutschland muss nuklear abrüsten

Der 6. und 9. August erinnern an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 76 Jahren. Die Überlebenden mahnen: Der Einsatz für nukleare Abrüstung liegt in der Verantwortung aller Staaten – und dem Handeln der nächsten Generation.

Die 24-jährige ICAN-Botschafterin Elisabeth Saar gedenkt am Paulsplatz in Frankfurt am Main den Opfern von Hiroshima und Nagasaki und sagt: „Das Leid der Überlebenden und Betroffenen der Atomwaffenabwürfe – die Hibakusha – verdeutlicht wie sehr Atomwaffen menschliche Sicherheit gefährden. Und auch das gerade jetzt stattfindende neue nukleare Wettrüsten gefährdet die Umwelt, Gesundheit und Sicherheit der jetzigen und künftigen Generationen.“

„Deutschland sollte den Atomwaffenverbotsvertrag unterstützen und so zum Vorreiter und glaubwürdigen Vermittler für nukleare Abrüstung werden. Dann können wir sicher sein, dass sich das Leid von Hiroshima und Nagasaki nie mehr wiederholt“,  fordert der 33-jährige Steffen Bezold von ICAN Deutschland auf der jährlichen Gedenkveranstaltung an der Friedensglocke im Volkspark Friedrichshain in Berlin.

Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki hatten Hunderttausende Tote und Verletzte zur Folge. Sie zeigen: Solange Atomwaffen existieren, besteht die Gefahr, dass sie eingesetzt werden. Damit die in Rheinland-Pfalz stationierten US-Atomwaffen künftig einsatzfähiger werden, plant Deutschland Milliardenausgaben für neue Trägersysteme und trägt damit aktiv zum neuen nuklearen Wettrüsten bei.

Doch die Opfer von Hiroshima und Nagasaki mahnen: Atomwaffen sind noch keine Waffen der Vergangenheit und ihr Einsatz hat jahrzehntelange Folgen. Der am 22. Januar in Kraft getretene UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen fordert in Artikel 6 und 7 Hilfe für die Geschädigten der Atomwaffentests- und Einsätze sowie Umweltsanierung der kontaminierten Gebiete. Deutschland lehnt den Atomwaffenverbotsvertrag bisher ab.

ICAN Deutschland fordert zusammen mit der IPPNW in einem Brief an Bundesaußenminister Heiko Maas und Staatsminister Annen die Teilnahme Deutschlands als Beobachter an der ersten Staatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags einzuleiten. Die Konferenz findet voraussichtlich vom 12.-14. Januar 2022 in Wien statt.

Mit Veranstaltungen in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und Offenbach mahnt ICAN Deutschland den Opfern der Atomwaffenangriffe. Die Redner*innen stehen für Interviews zur Verfügung.

ICAN Deutschland

Ein Gedanke zu “Hiroshima und Nagasaki mahnen: Deutschland muss nuklear abrüsten

  1. HIROSHIMA GEDENKEN

    Die Kernspaltung wurde entdeckt,
    Ein schlafender Riese erweckt.
    Resultat: Manhattan Project –
    Little boy, das Teufelsobjekt.

    Trumans mörderischer Befehl,
    Es läuft die höllische Mission.
    In Hiroshima weicht die Nacht,
    Es grüßt der neue Morgen schon.

    Für Zehntausende der Letzte,
    Am Himmel der Atompilz droht.
    Ein Menetekel des Schreckens,
    Die Bombe bringt wahllos den Tod.

    Es bleiben der Menschen Schatten,
    And’re siechen langsam dahin.
    Nach Jahrzehnten noch sterben sie,
    Wo nur bei all dem liegt der Sinn.

    Es muss endlich hier auf Erden
    Freude sein und Friede werden.
    Für die Zukunft des Planeten,
    Weg mit den Atomraketen.
    Ende der Waffenexporte,
    Abrüstung an jedem Orte.
    Lasst die weißen Tauben fliegen,
    Aggression und Hass besiegen.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

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