Kriegsdienstverweigerer: Zahl steigt sprunghaft an

Kriegsdienstverweigerer: Zahl steigt sprunghaft an
Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Kriegsdienstverweigerer: Zahl steigt sprunghaft an

taz.de: Dienst an der Waffe? Leckt mich, sagen viele und verweigern. Allein im Juli gingen beim zuständigen Amt in Köln fast 2.500 neue Anträge ein.

Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt deutlich. War in den vergangenen Jahren mutmaßlich vor allem die veränderte Sicherheitslage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ein wesentlicher Grund, so haben sich die Antragszahlen mit dem Start der Wehrerfassung aller 18-Jährigen zu Jahresbeginn noch einmal stark erhöht.

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2026 schon über 8.300 Anträge

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 sind insgesamt 8.302 Anträge beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln eingegangen, teilte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst mit. Allein im Juli müssen damit fast 2.500 neue Anträge in Köln eingetrudelt sein. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr gab es nur 3.879 Anträge.

Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht gab es zunächst nur wenige hundert Anträge pro Jahr. 2022 näherte sich ihre Zahl wieder dem vierstelligen Bereich, 951 waren es damals. 2023 waren es dann 1.079. 2024 zählte das Bundesamt 2.249 Anträge.

Wehrpflicht ist seit 15 Jahren ausgesetzt

Seit 1. Januar werden alle jungen Menschen kurz nach deren 18. Geburtstag angeschrieben, um ihr Interesse an einem Dienst in der Bundeswehr abzufragen und sie zu erfassen. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, Frauen ist es freigestellt. Die im Grundgesetz verankerte Wehrpflicht ist seit 2011 ausgesetzt. Allerdings soll auf freiwilliger Basis die Zahl der Soldatinnen und Soldaten in Deutschland erhöht werden.

Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ist im Grundgesetz geregelt. Dort heißt es in Artikel 4: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Über den schriftlichen Antrag beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr entscheidet das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben… weiterlesen

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