Kunst und Klimakrise „Wir kochen vor Wut“

Kunst und Klimakrise „Wir kochen vor Wut“
Foto: rolandmey/Pixabay CC/PublicDomain

Kunst und Klimakrise „Wir kochen vor Wut“

tagesschau.de: Die Klimakrise ist längst in der Kunst angekommen. Beim Poetry Slam in Hannover tragen Künstler aus Graz ihre Worte dazu vor. Die Kunst könnte neue Blickwinkel ermöglichen, sagt ein Literaturwissenschaftler.

Ich koche vor Wut. Ist dieser Raum hier klimatisiert? Die Hände sind schwitzig, ich bin dehydriert. Ich koche vor Wut. Nach uns die Sintflut und in uns die Glut. Mir wird immer wärmer, es geht mir nicht gut.

Lisa Rothhardt und Christoph Steiner

Energisch tragen die Poetin und der Poet ihren Slam vor: Rhythmisch und hitzig wechseln sie sich in hohem Tempo ab. Beim Publikum kommt ihre Botschaft an. Viele gespannte Gesichter. Einige nachdenklich, andere traurig oder fast schon wütend und wieder andere amüsiert. Die Vielseitigkeit an Emotionen sei das Besondere bei der Kunstform Poetry Slam, erklärt Roman Bartosch.

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Energisch tragen die Poetin und der Poet ihren Slam vor: Rhythmisch und hitzig wechseln sie sich in hohem Tempo ab. Beim Publikum kommt ihre Botschaft an. Viele gespannte Gesichter. Einige nachdenklich, andere traurig oder fast schon wütend und wieder andere amüsiert. Die Vielseitigkeit an Emotionen sei das Besondere bei der Kunstform Poetry Slam, erklärt Roman Bartosch.

Er ist Professor an der Universität zu Köln und erforscht, wie Künstlerinnen und Künstler die Klimakrise darstellen: „Da ist Wut, Traurigkeit, Verzweiflung, aber auch Hoffnung und teilweise Humor. Beim Poetry Slam können Künstlerinnen und Künstler schreien, weinen oder lachen. Das ist eine andere Art der Auseinandersetzung mit der Klimakrise als Zahlen und Statistiken.“

Kunst bietet neue Blickwinkel

Was diese Zahlen und Statistiken zeigen: Viel Zeit zum Umlenken bleibt bei der Klimakrise nicht mehr. Die Kunst könnte hier neue Blickwinkel ermöglichen, sagt Bartosch: „Die Wahrnehmung verändert sich, wenn man sich mit Kunst auseinandersetzt. Das muss nicht bedeuten, dass man aus einem Theaterstück kommt und sein Verhalten komplett umstellt. Aber es ändert, wie man die Welt wahrnimmt und wie man Informationen in sein eigenes Leben integriert.“

Als ein konkretes Beispiel, wo der Einfluss durch die Kunst auf den eigenen Lebensstil bereits wissenschaftlich beobachtet werden konnte, nennt Bartosch den Film „Ein Schweinchen namens Babe“. Menschen, die sich diesen Film damals angeschaut hätten, sollen nachweislich darüber nachgedacht haben, weniger Fleisch zu essen, oder hätten es sogar getan. Auch wenn die Änderungen nicht von langer Dauer seien, könne die Kunst so ein Baustein von vielen auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Zukunft sein.

Keine Kunst mehr ohne Klimakrise?

In der Kunst ist die Klimaerwärmung schon lange kein Randthema mehr. Während früher besonders die Ursachen in der Literatur fiktionalisiert wurden, ist die künstlerische Auseinandersetzung heute divers geworden.

Inzwischen finden viele emotionale Betrachtungen statt: Klimagerechtigkeit, Leid durch die Folgen von klimabedingten Naturkatastrophen oder die Frage, ob Frauen in dieser Zeit überhaupt noch Kinder bekommen wollen… weiterlesen

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