Mehr Klimaschutz in der EU ist machbar

Mehr Klimaschutz in der EU ist machbar
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Mehr Klimaschutz in der EU ist machbar

Das geht noch mehr: Die Europäische Union kann ihre Ziele zum Schutz des Klimas auf minus 55 Prozent bis zum Jahr 2030 gegenüber 1990 anheben. Diesen Ratschlag geben Wissenschaftler des Freiburger Öko-Instituts der deutschen Politik.

Den EU-Mitgliedsstaaten sei es „sowohl technisch als auch wirtschaftlich möglich, ein solches Ziel mit geeigneten Maßnahmen zu erreichen“, schreiben die Experten in einer Pressemeldung. Wie dabei das EU-Emissionshandelssystem weiterentwickelt sowie der Klimaschutz in den sogenannten Effort Sharing-Sektoren, also den Bereichen Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft, ausgestaltet sein muss, beschreibt die neue Studie des Öko-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Think Tank Agora Energiewende.

Höhere Ziele für Emissionshandel und Effort Sharing

Die Europäische Union debattiert aktuell die Anhebung ihrer Klimaziele. Bislang haben sich die Länder der EU das Ziel gesteckt, ihre klimaschädlichen Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu senken.

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Foto: Tim Hill/Pixabay CC/PublicDomain

Nach den bisherigen Festlegungen der EU-Klimaschutzgesetzgebung müssten die Unternehmen der Energiewirtschaft und Industrieanlagen, die im EU-Emissionshandel (EU ETS) zu Emissionsminderungen verpflichtet sind, ihre Emissionen im Zeitraum 2005 bis 2030 um 43 Prozent senken. Die Sektoren Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfall sowie die nicht vom EU ETS erfassten Energie- und Industrieanlagen müssen ihre Treibhausgasemissionen von 2005 bis 2030 um 30 Prozent zurückführen.

Emissionen können um 55 Prozent gegenüber 1990 sinken

Die Studie von Öko-Institut und Agora Energiewende zeigt nun, dass die Sektoren des EU ETS ihre Emissionen um 59 bis 63 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 senken können und die Sektoren des Effort Sharing um 45 bis 49 Prozent.

Bezogen auf das Jahr 1990 sinken so die Gesamtemissionen um 55 Prozent. Insgesamt bedeutet das eine Verschärfung von 16 bis 20 Prozentpunkten für die EU ETS-Sektoren und von 15 bis 19 Prozentpunkte für die von der sogenannten Effort Sharing Regulation (ESR) erfassten Sektoren.

Alle Analysen beziehen sich erstmalig auf die EU nach dem Austritt Großbritanniens und diskutieren eine Vielzahl von Detailregelungen im Bereich des EU ETS, der ESR und mit Blick auf wechselseitige Flexibilitäten, die im Zuge eines neuen EU-Klimaschutzziels von 55 Prozent angepasst werden müssen.

Ambitionierte Maßnahmen in allen Bereichen

Um das anspruchsvollere Klimaziel von minus 55 Prozent zu erreichen, braucht es laut den beiden Instituten einen Mix aus zusätzlichen Maßnahmen auf EU-Ebene sowie in den Mitgliedsstaaten sowie für alle Wirtschaftsbereiche. So soll der Kohleausstieg EU-weit beschleunigt und die Standards für den CO2-Ausstoß von Pkw angehoben werden. Aber auch mehr Aufforstung und eine ökologischere Landnutzung gehören zu den Vorschlägen der Autoren und Autorinnen.

„Wir sehen heute, dass Länder wie Finnland oder Schweden auf einem sehr guten Klimaschutzkurs sind“, urteilt Senior Researcher Jakob Graichen vom Institutsbereich Energie & Klimaschutz am Öko-Institut. „Andere Länder dagegen müssen einen größeren Klimaschutzbeitrag als bisher leisten. Dafür brauchen sie weiter Unterstützung, um ihre Volkswirtschaften auf Klimakurs zu bringen, auch hierfür schlägt unsere Studie Solidaritätsmechanismen vor.“

red

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