Mikroplastik mit Magnetflüssigkeit aus Wasser ziehen

Mikroplastik mit Magnetflüssigkeit aus Wasser ziehen
Fionn Ferreira Foto: Wikimedia 4.0 CC/Fmiguel2411

Mikroplastik mit Magnetflüssigkeit aus Wasser ziehen

t-online.de: Mit nur 18 Jahren gewann Fionn Ferreira 2019 den Hauptpreis der Google Science Fair – dank einer Erfindung, die Mikroplastik mit einer speziellen Magnetflüssigkeit entfernt.

Mikroplastik belastet Flüsse, Seen und Meere. Es gelangt über Trinkwasser und Nahrung auch in den menschlichen Körper. Herkömmliche Filtersysteme stoßen bei den winzigen Partikeln an ihre Grenzen. Ein junger Ire hat für dieses Problem jedoch eine ebenso einfache wie geniale Lösung gefunden: Fionn Ferreira, damals erst 18 Jahre alt, entwickelte ein Verfahren, das mithilfe magnetischer Flüssigkeiten Mikroplastik aus Wasser zieht.

Für diese Idee wurde Ferreira 2019 mit dem ersten Preis der renommierten Google Science Fair ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld von 50.000 US-Dollar. Heute gilt seine Technologie als einer der vielversprechendsten Ansätze im Kampf gegen Mikroplastikverschmutzung.

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Magnetflüssigkeit als Mikroplastik-Fänger

Ferreiras Methode basiert auf sogenannten Ferrofluiden. Das sind magnetische Flüssigkeiten, die aus Öl und fein gemahlenem Magnetit bestehen. Diese Flüssigkeiten verbinden sich im Wasser mit den Mikroplastikpartikeln. Anschließend lässt sich das Gemisch mit einem Magneten einfach herausziehen.

Die Technik funktioniert ohne zusätzliche Chemikalien, ist leicht zu erweitern und entfernt laut Ferreira bis zu 88 Prozent der Mikroplastikpartikel aus dem Wasser. Das Magnetfluid selbst bleibt dabei nahezu vollständig erhalten und kann wiederverwendet werden.

Vom Schülertüftler zum Nachwuchsforscher

Neben dem Google-Preis erhielt Ferreira auch internationale Anerkennung: 2023 wurde er für den Young Inventors Prize des Europäischen Patentamts nominiert und erreichte den dritten Platz. Das MDR-Wissensmagazin „Einfach genial“ widmete Ferreiras Technologie einen eigenen Beitrag und zeigte die Funktionsweise in einem Wasserglas-Experiment.

Heute studiert Ferreira Chemie an der Universität Groningen in den Niederlanden. Gemeinsam mit einem kleinen Team entwickelt er das Verfahren mit dem Ziel weiter, es für den industriellen Einsatz fit zu machen.

Prototyp für den Hausgebrauch soll bereits existieren

Ein funktionstüchtiger Prototyp für private Haushalte soll bereits in Betrieb sein: Wasser kann darin kontinuierlich durch das System fließen, Mikroplastik wird im Durchlauf entfernt. Die gereinigte Flüssigkeit ist laut Ferreira als Trinkwasser geeignet.

Die nächste große Herausforderung ist die industrielle Skalierung, vor allem für Klärwerke und großtechnische Wasseraufbereitungsanlagen. Gleichzeitig arbeitet das Team daran, das gebundene Mikroplastik vom Magnetfluid zu trennen und anschließend zu recyceln.

Mikroplastik – ein globales Problem

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