Mit Holz bauen für den Klimaschutz

Mit Holz bauen für den Klimaschutz
Foto: © Roberto Schirdewahn

Mit Holz bauen für den Klimaschutz

Plastikverbot, Energiewende, neue Verkehrskonzepte – die Politik dreht an vielen Stellschrauben, um das Klima zu schützen. Beim Wohnungsbau wäre noch Potenzial. 

Holz ist nicht nur ein nachwachsender Rohstoff; Bäume fungieren außerdem als Kohlenstoffspeicher, da sie CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und einlagern. Die bisherige Bauweise setzt vor allem auf Beton, dessen Produktion für reichlich CO2-Emissionen sorgt. 

Bislang werden in Deutschland  nur 18 Prozent der Gebäude aus Holz errichtet. Dabei könnte die Klimabilanz des Bausektors wesentlich besser ausfallen, wenn man den Anteil erhöhen würde, wie Prof. Dr. Annette Hafner mit ihrem Team vom Lehrstuhl für Ressourceneffizientes Bauen der Ruhr-Universität-Bochum (RUB) zeigte. In einer 2017 veröffentlichten Studie errechneten sie, dass 23,9 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden könnten, wenn man 55 Prozent der Einfamilienhäuser und 15 Prozent aller Mehrfamilienhäuser zwischen 2016 und 2030 aus Holz erbauen würde. 

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Caya Zernicke, Prof. Dr. Annette Hafner und Dr. Christian Jolk (von links) © Roberto Schirdewahn

„Aus Klimaschutzgründen würde es sich lohnen“, sagt sie. Allerdings sei es nicht damit getan, auf nationaler Ebene zu beschließen, mehr auf Holzbau zu setzen. „Die Kommunen müssen dieses Vorhaben auch umsetzen können“, so Hafner. Zur Unterstützung der Kommunen, entwickelt daher ihr Team gemeinsam mit der Firma Disy Informationssysteme ein Tool, mit dem einzelne Kommunen abschätzen können, wie viel Treibhausgase sie einsparen würden, wenn sie den Anteil der Holzhäuser in ihrem Ort erhöhen würden.

Das Projekt „Holzbau-GIS: Einsparungen von Treibhausgasen durch Bauen und Sanieren mit Holz“ läuft noch bis Ende Januar 2022 und wird  gefördert durch das Bundesumweltministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium. GIS steht für Geoinformationssystem, denn ein solches bildet die Basis für das Tool. Es liefert einen detaillierten digitalen Plan aller Bauwerke einer Kommune, die straßenweise auf ihr Klimaoptimierungspotenzial untersucht werden können. (Quelle: RUB)

Infos zu dem Thema: (https://news.rub.de/wissenschaft/2020-09-28-bauwesen-mit-holz-bauen-fuer-den-kli…)

Ein Interview mit Annette Hafner (https://news.rub.de/wissenschaft/2020-09-30-im-gespraech-aktuell-gibt-es-mehr-al…

Ein Beispiel: Die Mustersiedlung in München

Im Prinz-Eugen-Park in München steht mit 566 Wohnungen die derzeit größte Holzbausiedlung Deutschlands, die verschiedene Gebäudetypen und Baukonstruktionen beinhaltet. 

red

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