Nach Plastikverbot: Gemeinsame Suche nach Ersatz

Nach Plastikverbot: Gemeinsame Suche nach Ersatz
GRafik: Wissenschaftsjahr

Nach Plastikverbot: Gemeinsame Suche nach Ersatz

Schritt 1: Die EU verbot viele Einwegprodukte aus Plastik. Nach Ansicht der Wissenschaft leistet dies bereits einen großen positiven Beitrag gegen Plastikmüll im Meer. Einen weiteren Schritt geht die Gemeinschaft mit zwei Forschungsprojekten, die nach Alternativen zu Plastik suchen – und klare Kriterien für biologische Abbaubarkeit ermöglichen sollen.

Jetzt haben sich die beiden europäischen Projekte BIO-PLASTICS EUROPE, das die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg koordiniert, und SEALIVE, koordiniert vom Instituto Tecnológico del Embalaje, Transporte y Logística (ITENE) in Valencia, online mit EU-Vertretern zum Wissensaustausch getroffen.

Chancen und Grenzen für biobasierte Kunststoff-Alternativen
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Es ging dabei um das Thema „Chancen und Grenzen der EU-Politik für biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe“. Mit dabei: Dr. Silvia Maltagliati, Policy Officer der Generaldirektion Forschung & Innovation der Europäischen Kommission und rund 75 Teilnehmer von der EU und aus den beiden Projekten.

Maltagliati gab Einblicke in die EU-Forschungs- und Innovationspolitik, erläuterte die Definition von biobasierten Kunststoffen in der Norm EN 16575. Sie betonte das Interesse der Europäischen Kommission an der Förderung von biologisch abbaubaren Kunststoffen.

Maltagliati wies auch auf die Notwendigkeit hin, einen regulatorischen Rahmen zu entwickeln, der klare und präzise Kriterien für die Definition von biologischer Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit festlegt.

Mit Verweis auf die EU-Plastikstrategie 2018 unterstrich sie das Bestreben der EU, die Plastikwirtschaft nachhaltig zu verändern: „Es sollen keine Einwegplastikprodukte mehr produziert werden, stattdessen streben wir eine Kreislaufwirtschaft an.“

Vereint im Kampf gegen die Verschmutzung durch Plastik

Prof. Walter Leal, Koordinator von BIO-PLASTICS EUROPE an der HAW in Hamburg, stellte die fünf biobasierten Kunststoffprototypen vor, die bisher im Rahmen seines Projekts entwickelt wurden und nun von verschiedenen Partnern getestet werden. Darüber hinaus berichtete er über den Stand des Sicherheitsprotokolls für biobasierte Kunststoffprodukte, mit dem die sichere Verwendung und das End-of-Life-Management von biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen sichergestellt werden soll. Leal: „So wollen wir ganz konkret beim Kampf gegen die Verschmutzung durch Plastik helfen.“

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Welchen Nutzen die Kreislaufwirtschaft hat und welche Schwierigkeiten auf dem Weg dahin gemeistert werden müssen, erklärte Dr. Miriam Gallur, Koordinatorin SEALIVE am ITENE in Valencia: „Es ist wichtig, den Aspekt der biologischen Abbaubarkeit genau zu definieren, um den Verbrauchern letztendlich die Möglichkeit zu geben, nachhaltiger zu entscheiden.“

Verständliche Verbraucher-Informationen entwickeln

Dr. Andrew Farmer, SEALIVE-Mitglied am Institute for European Environmental Policy in Brüssel, betonte, dass die Verbraucherinformationen verständlich dargestellt werden müssten, was jedoch problematisch sei: „Recyclingfähigkeit und Kompostierbarkeit sind sehr komplex und letztlich von den lokalen Abfallwirtschaftssystemen abhängig.“

Bioplastcs Chart

Jill Adams vom Prospex Institute in Brüssel, Mitglied bei BIO-PLASTICS EUROPE, erklärte, wie Stakeholder von Verbraucherorganisationen und Umwelt-NGOs über Kommunen und Abfallwirtschaft bis hin zu Verpackungs- und Konsumgüterherstellern in die laufenden Projekte eingebunden werden: „Wir organisieren regelmäßige Workshops, in denen Vertreter der gesamten biobasierten Wertschöpfungskette über den Stand der Forschung informiert werden und ihre Einschätzungen und ihren Input geben.“

Die europäischen Forschungsprojekte BIO-PLASTICS EUROPE und SEALIVE kooperieren seit April 2021, um Synergien für die Produktion und die Verwendung von Bio-Kunststoffen zu nutzen. Beide Projekte entwickeln Nachhaltigkeitsstrategien und -lösungen für biobasierte Produkte und unterstützen damit die EU-Kunststoffstrategie. Ziel ist es, Kreislauftechniken und End-of-Life-Lösungen zu erforschen, um nachhaltige biobasierte Kunststoffe zur Reduzierung von Abfällen und Verschmutzung an Land und in den Meeren zu entwickeln.

Isabel Melahn

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